Die Flügel der Menschen 2016 Filmposter

Die Flügel der Menschen

Wie schon in „Der Dieb des Lichts“ beweist der kirgisische Regisseur Aktan Arym Kubat auch in seinem neuen Film „Die Flügel der Menschen“ großes Gespür für Zwischentöne und subtiles Erzählen. Dadurch entgeht er hier ebenfalls den Fallstricken, in die sich westliches Erzählen über fremde Länder oft verstrickt: Nicht exotisch, sondern mit viel Gefühl für die Poetik des Alltäglichen nähert er sich der kirgisischen Gesellschaft.

Im Norden Kirgisiens, in einer kleinen, abgelegenen Ortschaft lebt ein gut 60jähriger Mann, der von allen nur Zentaur genannt wird. Zusammen mit seiner taubstummen Frau Maripa und dem Sohn Nuberdi, der noch nie ein Wort von sich gegeben hat, führt er eine einfache Existenz. Des Nachts bricht Zentaur immer wieder auf und macht sich auf die Suche nach einem Pferd. Nicht um es zu stehlen, sondern um es zu reiten, um wie der Wind über die weiten Steppen zu rasen, um Momente der Freiheit zu spüren, die in seinem Leben sonst fehlen. Früher war Zentaur der Filmvorführer des Ortes, doch das ist lange vorbei, das Kino hat sich in eine Moschee verwandelt. Dort soll Zentaur Halt finden, nachdem sein ihm entfremdeter Bruder Karabay ihn als Pferdedieb entlarvt hat. Karabay hat es geschafft, hat Geld und Macht, Zentaur dagegen findet vor allem Vergnügen daran, auf dem Markt das einheimische Getränk Maksym zu trinken und dabei mit der Händlerin Sharapat zu flirten. Ganz harmlos eigentlich, doch in der konservativen kirgisischen Gesellschaft sorgt schon das für Gerüchte, deren Folgen Zentaur bald zu spüren bekommt.

Quelle: programmkino.de

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