Freiheit 2017 Filmposter

Freiheit

Freiheit. Ein großes Wort für einen kleinen, sehr feinen Film, in dem vor allem Johanna Wokalek als Frau, die ihre Familie verlassen hat, um nach so etwas wie Freiheit zu suchen, überzeugt. Wie auch immer man diese definieren mag.

Im Kunsthistorischen Museum in Wien beginnt die Geschichte, vor Bruegels monumentalem „Turmbau zu Babel“, der die biblische Geschichte vom Stolz der Menschen und der Strafe der Sprachverwirrung als zentrales Thema des Films etabliert. Nora (Johanna Wokalek) schaut sich das Gemälde an und bald erfahren wir, dass sie ihre Familie in Berlin verlassen hat: ihren Mann Philip (Hans-Jochen Wagner) und die beiden Kinder. Schon in seinem Debüt „Die Vermissten“ erzählte Jan Speckenbach von einem Mädchen, das plötzlich verschwand. Hier beleuchtet er nun beide Seiten einer Flucht, für die es keinen offensichtlichen Grund gibt, an deren Notwendigkeit man aber nie zweifelt. Vielleicht hätte dieses Doppelporträt von einem Mann, der verlassen wurde und einfach weiterlebt und einer Frau, die verlassen hat und ebenfalls einfach weiterlebt, für einen Film gereicht, doch Jan Speckenbach will mehr. Als Motto stellt er seinem Film ein (angebliches) slowakisches Sprichwort voran, das vom Fluss Lethe berichtet, aus dem die Toten trinken müssen, um zu vergessen. Auf die griechische Mythologie spielt das an, aber man mag hier auch an die Gegenwart denken, an Flüsse oder Meere, die Flüchtlinge durchqueren, um in Europa ihren Traum von Freiheit zu leben. Bezüge, die Speckenbach immer wieder explizit in seinen Film einflechtet.

Quelle: programmkino.de

Galerie