Animals — Stadt, Land, Tier

(Tiere) Schweiz, Österreich, Polen 2017 – 95 Min. - Berlinale 2017 - Regie: Greg Zglinski. Mit Birgit Minichmayr, Philipp Hochmair, Mona Petri, Mehdi Nebbou, Michael Ostrowski
AnimalsDas Psychodrama lief 2017 in der Berlinale-Sektion Forum - was ein erster Hinweis auf seine experimentelle Erzählweise ist. Der Film des polnischen Regisseurs Greg Zglinski beginnt als Beziehungsdrama und entwickelt sich rasch zum Psychotripp auf den Pfaden eines David Lynch. Narrative Unklarheiten und mysteriöse Dopplungen, abrupte Perspektivwechsel und Anleihen ans Horrorgenre lenken das Augenmerk auf die Inszenierung als solche. Und die strahlt viel Faszination aus.

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Die Ehe von Anna (Birgit Minichmayr) und Nick (Philipp Hochmair) kriselt, denn Anna vermutet richtigerweise, dass Nick mit der Nachbarin Andrea (Mona Petri) ins Bett geht. Um ihre Beziehung zu retten, nehmen die Kinderbuchautorin und der Koch eine Auszeit auf einer Schweizer Alphütte. Während der Autofahrt in die Schweiz kollidieren die Eheleute mit einem Schaf, das mitten auf der Straße steht. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt beziehen sie scheinbar unversehrt ihr Feriendomizil, doch mit ihrer Wahrnehmung stimmt irgendetwas nicht. Anna glaubt, erst seit einem Tag in der Schweiz zu sein, Nick spricht von mehreren Tagen. Und das ist erst der Anfang einer Reihe von Irritationen. Was das alles zu bedeuten hat, bleibt ungewiss. Zwar streut Greg Zglinski regelmäßig Hinweise auf eine mögliche Lösung des Rätsels ein, letztendlich ergeben die zeitlichen, räumlichen und sprachlichen Verwirrungen aber keinen unmittelbaren Sinn. Was bleibt, ist ein stilistisch reizvolles Verwirrspiel, das die manipulative Kraft filmischer Inszenierung auf die Spitze treibt.