A Ghost Story

USA 2017 – 92 Min. - Regie: David Lowery. Mit Rooney Mara, Casey Affleck, Will Oldham u.a.
A„A Ghost Story“ erzählt von Verlust, Trauer und den Spuren die das eigene Leben in der Zeit hinterlässt. David Lowery ist dabei nicht auf dramaturgische Zuspitzungen aus, sondern formt die Zeit selbst in einer poetischen Erkundung filmischer Möglichkeiten. Auf dem diesjährigen Sundance Filmfestival beschrieben ihn Kritiker und Publikum als westliche Version von Apichatpong Weerasethakul.

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Geister sind die wohl bekanntesten Projektionen der Seele. Körperlose Erscheinungen, die das repräsentieren, was die Physik nicht erklären kann. Die einfachste Darstellung eines Geistes ist eine, die wir schon als kleine Kinder kennen lernen: Ein Mensch, der sich ein Bettlaken überwirft. Regisseur David Lowery wählt eben diese infantile Form, um den Geist des jungen C (Casey Affleck) aus seinem Körper zu lösen – nur wenige Augenblicke nachdem seine Freundin M (Rooney Mara) ihn ein letztes Mal in der Aufbahrungshalle sieht und sanft das Leichentuch über sein Gesicht zieht. Nur mit diesem Tuch bedeckt, wird C ihr in das gemeinsame Heim folgen, sie beobachten, aus den Augen verlieren und in ferner Zeit wieder finden. Tage und Wochen vergehen in einzelnen Einstellungen, Schnitte überbrücken Jahre und Jahrhunderte. In dieser Dynamik wandelt der Geist als verlorenes Wesen durch die Geschichte, stets auf der Suche nach dem, was die Zeit transzendiert und auch dann überdauert, wenn es keine physische Verbindung mehr zum Leben gibt. „A Ghost Story“ erweckt unsere Vorstellungen der Seele zum Leben und zeigt, dass es im Kino dazu nicht mehr braucht als ein weißes Bettlaken.