Mr. Long

(Ryu san) Japan, Taiwan, Hongkong 2017 – 129 Min. - Berlinale 2017 - Regie: SABU. Mit Chen Chang, Shô Aoyagi, Yiti Yao, Runyin Bai, Masashi Arifuku, Taro Suwa u.a.
Mr.Der japanische Schauspieler und Regisseur SABU ist seit seinem 1996 im Berlinale-Forum aufgeführten Kinodebüt „Dangan Runner“ einer der Stammgäste des Festivals. Von seinen bislang 15 Filmen waren 9 in Berlin vertreten, bei der 67. Berlinale lief sein neustes Werk „Mr. Long“ im Wettbewerb. Die wilde Mischung der Kinogenres ist das wohl prägnanteste Stilmittel SABUS, ebenso die vertrackte Erzählweise und die dynamische Kameraführung. Da fügt sich auch „Mr. Long“ ein, in dem ein Auftragskiller eine Suppenküche betreibt.

zurück | Mehr darüber

Ein Gutteil der Faszination von „Mr. Long“ geht von der charismatischen Präsenz des Hauptdarstellers Chen Chang aus, der den gewandten, sehr schweigsamen Killer und Koch verkörpert. Der neue SABU ist nun ganz auf Chang zugeschnitten, der japanische Autorenfilmer nennt ihn sogar als Inspiration für den Film. SABU mixt schon seit „Dangan Runner“, der Tom Tykwer auf die Idee zu „Lola rennt“ brachte, munter die Genres und Stimmungen. Action, Spannung und derbe Gewalt, Slapstick, Drama und blanker Irrsinn gehen bei ihm Hand in Hand. Dass seine Filme nicht in alle Einzelteile zerfallen, liegt an der klaren Erzähllogik, mit der er seine Plots konstruiert. Allen Stilbrüchen und Ellipsen zum Trotz wirken die Handlungsbögen in sich stimmig. Kochen, schweigen, morden, das kann Long – und SABU kann überraschen, unterhalten, überwältigen. Die Extravaganz des asiatischen Kinos, der Fokus auf das Bildliche und Filmische, all das bietet „Mr. Long“ in Reinform.