Machines

Indien, Deutschland, Finnland 2017 – 71 Min. - Regie: Rahul Jain.
MachinesIm westindischen Staat Gujara hat Rahul Jain seine erste längere Dokumentation gedreht, die doppeldeutig „Machines“ heißt. Denn wer in den Räumen der indischen Textilindustrie eigentlich die Maschinen sind — die Geräte oder die Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen für einen Hungerlohn arbeiten — bleibt offen. Ein eindrucksvoller, eindringlicher Film.

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Die Konnotationen sind eindeutig: Wie ein Höllenschlund wirken die engen Räume, in denen die Teile der indischen Textilindustrie angesiedelt sind. Es brodelt und zischt, Flammen schlagen aus Herden und drohen die Arbeiter zu verbrennen, ebenso wie das kochende Wasser. Dazu Dampfschwaden, die man zwar nicht riechen kann, von denen man aber ahnt, wie sehr sie stinken, wie ungesund sie sind, wie weit weg von vernünftigen, von Gewerkschaften und Regularien kontrollierten Arbeitsbedingungen das ist. Zusammen mit seinem mexikanischen Kameramann Rodrigo Trejo Villanueva taucht Jain die Fabriken und Arbeiter in satte Farben, die ebenso an klassische Gemälde erinnern, wie an die stilisierten Bilder in den Filmen Michael Glawoggers. Jain ist direkter, betont politischer, bezieht letztlich klar Stellung und prangert die miserablen Arbeitsbedingungen an. Doch ebenso sehr scheint ihm bewusst zu sein, dass auch er als Filmemacher in gewisser Weise von der Not der Arbeiter profitiert: Ohne sie hätte er kein Thema für seinen Film, schon gar nicht so ein eindringliches, bildgewaltiges. Gerade diese selbstreflexive Komponente trägt dazu bei, „Machines“ zu einem bemerkenswerten Film zu machen.