Schumanns Bargespräche

Deutschland 2016 – 103 Min. - Dokumentarfilm von Marieke Schroeder.
SchumannsMit ihrer Dokumentation über Charles Schumann, den legendären deutschen Bartender, zeigt Marieke Schroeder eine Reise in die Welt der Bars, die mehr vom Genießen handelt als vom Trinken, und mehr von den Menschen hinter dem Tresen als davor. In sanften Bildern und von feiner Jazzmusik begleitet, ist der Film ein Kulturtrip der besonderen Art.

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Charles Schumann ist ein neugieriger Mann. Er betreibt das „Schumann’s“, eine angesagte Bar in München und interessiert sich für beinahe alles und jeden, ist Autor, Reisender, Model und Bonvivant, trotz seiner 75 Jahre noch immer sehr umtriebig. Seit den 80er Jahren, als er in München seine erste Bar eröffnete, ist er eine bekannte Größe in der deutschen Gastronomieszene. Ganz beiläufig, scheinbar absichtslos wird aus dem Gespräch mit ihm hin und wieder auch ein Gespräch über ihn, so dass im Verlauf des Films ein Bild entsteht. Kein vollständiges natürlich, denn Charles Schumann entzieht sich jeder auch nur angedeuteten Entblößung seiner Persönlichkeit. Die sensible Kamera von Niv Abootalebi macht den Film auch optisch spannend. Die Bilder sind ruhig und gelegentlich so statisch, dass die Persönlichkeiten der handelnden Figuren umso stärker hervortreten. Die Musik ist eher leicht, unterstützt dabei mit klassischen Barklängen und leichten Improvisationen eine Geschichte, die nur auf den ersten Blick von der trivialen Welt des Trinkens handelt. Schumann macht daraus eine Welt des Genießens und des Genusses – und ebenso aus dem Film.