Silly — Frei von Angst

Deutschland 2017 – 113 Min. - Dokumentarfilm von Sven Halfar.
SillyAllzu viel ist nicht geblieben von der DDR, was vielleicht auch den anhaltenden Erfolg der Band Silly erklärt, die seit 1978 existiert und seit gut zehn Jahren mit der Frontfrau Anna Loos an alte Erfolge anknüpft. Bei ihrer jüngsten Tour begleitete Sven Halfar die Band und wirft in seiner Dokumentation „Silly — Frei von Angst“ einen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart eines Stücks DDR-Geschichte.

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Aus Ritchie Barton, Jäckie Rezniczek, Uwe Hassbecker und Anna Loos besteht Silly heute, was interessanterweise bedeutet, dass kein Gründungsmitglied mehr Teil der Band ist. Äußerlich mit wilden Frisuren und ebensolchen Klamotten passte Silly so gar nicht in die DDR, durch ihre Texte wurden sie erst recht zu Idolen. Dabei verlangte die Zensur des autokratischen Systems, dass nur unterschwellig und verklausuliert Kritik geübt werden konnte, doch gerade die Notwendigkeit in Metaphern und Andeutungen zu sprechen, machte die subtile Qualität der Silly-Texte aus.

Bei den Vorbereitungen zur Herbst-Tour 2016 beginnt Sven Halfars Film, der Proben und erste Konzerte als losen roten Faden benutzt, dabei aber immer wieder Pausen einlegt, Gespräche mit den Musikern zum Anlass nimmt, in die Vergangenheit zu blicken. Schmutzige Wäsche wird hier natürlich nicht gewaschen, aber auch kein verklärtes Loblied gesungen. Stattdessen ist „Silly – Frei von Angst“ eine gelungene Mischung aus Tourfilm und Band-Biographie, voller interessanter, amüsanter Blicke hinter die Kulissen einer Band, die zwar in der DDR begann, inzwischen aber einfach eine deutsche Band ist.