Tour de France

Frankreich 2016 - 95 Min. - Quinzaine des Réalisateurs, Cannes 2016 – Regie: Rachid Djaïdani. Mit Gérard Depardieu, Sadek, Louise Grinberg u.a.
TourRachid Djaïdani ist ein französischer (Drehbuch-)Autor, Regisseur und Schauspieler mit nordafrikanischen Wurzeln. Er arbeitete als Handwerker, bevor er mit zwanzig seine erste Rolle im Film LA HAINE von Mathieu Kassovitz bekam. 2006 realisierte er seinen ersten Dokumentarfilm und für seinen zweiten Film TOUR DE FRANCE konnte er sich der Unterstützung des filmischen Schwergewichts Gérard Depardieu sicher sein, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch vehement für seinen Film in Cannes warb.

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Dabei erinnert die Geschichte ein wenig an SAINT AMOUR, der auf der Berlinale zu sehen war. Diesmal will Dépardieu mit seinem Sohn nicht den Spuren des Weins, sondern denen des klassischen Landschaftsmalers Joseph Vernet folgen, der einst zehn verschiedene französische Häfen malte, von denen er nun jeweils eine eigene Version anfertigen will. Doch sein Sohn hat keine Zeit und vermittelt ihm als Fahrer einen maghrebinischen Rapper, der untertauchen muss. Natürlich sorgt die Begegnung für allerhand Sprengstoff, doch aus anfänglichem Unverständnis und jeder Menge Vorurteile wird am Ende Akzeptanz, ja beinahe sogar Freundschaft. Kein ungewöhnlicher Plot, den Depardieu aber durch seine große Schauspielkunst hervorragend ausfüllt und beeindruckend auf dem schmalen französischen Grat zwischen Patriotismus und Rassismus wie ein Hochseilartist umher balanciert.
Kalle Somnitz