Wenn Gott schläft

Deutschland 2017 – 88 Min. - Regie: Till Schauder.
WennSeit Jahren lebt der iranische Musiker Shahin Najafi in Deutschland im Exil, doch seine kritischen, manchmal auch polemischen Texte haben nicht nur ein Leben in seiner Heimat unmöglich gemacht, es wurde gar eine Fatwa gegen ihn ausgesprochen. Was ein Leben unter ständiger Bedrohung bedeutet, veranschaulicht Dokumentarfilmer Till Schauder, der den Musiker begleitete.

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Der Klerus — der im Iran trotz eines demokratisch gewählten Präsidenten die eigentliche Macht darstellt — war es, der Shahin Najafi 2012 mit einer Fatwa belegte, also der Aufforderung an alle Gläubigen, ihn zu töten. Grund war der Text des Lieds Naghi, in dem Najafi auch über einen der zwölf Imane sang, vor allem dessen Penis. Najafi, der sich zu diesem Zeitpunkt im Ausland befand, konnte auf Grund der akuten Bedrohung nicht mehr in seine Heimat zurückkehren und lebt seitdem in Deutschland. Dass er sich selbst hier nicht wirklich sicher fühlt, immer wieder umzieht, sich immer wieder neue Frisuren und unterschiedlich lange Bärte zulegt, mag auf den ersten Blick wie übertriebene Paranoia wirken. Der Iran ist allerdings dafür bekannt, einen langen Arm und vor allem einen sehr langen Atem zu haben, wie etwa der Fall des Oppositionellen Fereydoun Farrokhzad bewies, der im Zuge der iranischen Revolution das Land verlassen musste und 1992 in seinem Bonner Exil brutal ermordet wurde, vermutlich vom iranischen Geheimdienst.