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VorschauSTART | 26.05.2022

Alles in bester Ordnung

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Alles ist in bester Ordnung - 2022 poster

Alles in bester Ordnung

in Anwesenheit der Regisseurin Natja Brunckhorst

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Schon im zarten Teenager-Alter musste sich Nadja Brunckhorst dem Rummel um ihre Person erwehren. Das war nach ihrem Mega-Erfolg durch ihre Rolle in Uli Edels Verfilmung des Stern-Bestsellers „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ Anfang der 80er-Jahre. Sie floh ins Ausland, kehrte zurück, begann ein Schauspielstudium und sattelte später um zur Drehbuchautorin und Regisseurin. Nun legt sie mit ALLES IN BESTER ORDUNG ihr Langspieldebüt vor und überzeugt auf ganzen Linie.

Viele kennen das Problem: Spätestens wenn ein Umzug ansteht, aber oft schon, wenn das Putzen der eigenen Wohnung immer schwieriger wird, weil zu viel Krimskrams herumsteht oder die Schränke überquellen, stellt sich die Frage: Was kann entsorgt werden? Während den einen die Beantwortung leicht fällt, stellt andere dies vor schier unlösbare Probleme, stecken doch in vielen Gegenständen wertvolle Erinnerungen, die man nicht missen möchte.

So geht es auch unserer Protagonistin  Marleen (Corinna Harfouch), die sich einfach von nichts trennen kann. Früher ist die scharfzüngige 54-Jährige Zahntechnikerin viel gereist, heute lebt sie zurückgezogen in ihrer Wohnung, in der sie sich ihr eigenes Reich voller Erinnerungen geschaffen hat. Ihr Apartment ist dermaßen vollgestopft, dass man kaum von Zimmer zu Zimmer kommt. Ganz nach dem Prinzip „My home is my castle“ sind Gäste dort unerwünscht und werden als Eindringlinge betrachtet. Denn Marleen schwant selbst, dass ihre Sammelleidenschaft das normale Maß längst überschritten hat und nicht bei jedem auf Begeisterung stößt – zum Beispiel beim Hausverwalter, der Marleen schlicht und einfach für einen Messie hält.

Eines Tages klopft der 32-jährige Flynn (Daniel Sträßer) an ihrer Tür. Der 32-jährige IT-Techniker hat für einen Kurzaufenthalt in der Stadt die Wohnung über ihr angemietet. Er soll in einer nahegelegenen Fabrik die defekte Flaschensortieranlage reparieren. Sein Lebensprinzip: mehr als 100 Dinge sind nicht nötig für ein erfolgreiches Leben, alles andere ist Ballast. So passen sein Laptop und der Rest seiner Habseligkeiten in einen kleinen Rollkoffer, den er überall hin mitnehmen kann. Als die defekte Heizung in seiner Wohnung einen Wasserrohrbruch verursacht, haben beide ein Problem. Flynns temporäres Heim ist unbewohnbar und Marleens Schätze von ernsthaften Wasserschäden bedroht. Zudem ist eine Wohnungsbegehung mit Handwerkern angekündigt, was Marleens Ängste befeuert, man könne sie wegen des Chaos aus der Wohnung werfen. Flynn bittet Marleen um Asyl und beide machen schließlich einen Deal: Flynn darf bei Marleen wohnen, wenn er ihr hilft, ihre Wohnung strukturiert auszumisten. Ein für den Zuschauer äußerst unterhaltsames wie vergnügliches Katz- und Maus-Spiel beginnt – ein Schlagabtausch voller Dialogwitz, bei dem sich die so unterschiedlichen Charaktere immer näher kommen.

Natja Brunckhorst legt ihr Debüt als klassische romantische  Komödie an, ohne je in Plattheit zu verfallen. Keine der gegensätzlichen Lebenshaltungen wird verunglimpft, wir lachen mit, nicht über die Charaktere. Sie setzt auf einen starken Cast (u.a. Corinna Harfouch, Daniel Sträßer, Joachim Król), tolle Musik von Lambert und Erdmöbel und ein ausgefeiltes Drehbuch. Heimlicher Star ist jedoch die liebevolle Ausstattung. 

 

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