Auf Anfang

Träger des Filmpreises NRW 2021

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Auf Anfang - 2021
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Michael ist Mitte Vierzig und seit fast dreißig Jahren im Gefängnis. Schon als Kind wurde er von seinen Eltern zu Verbrechen angestiftet, missbraucht und zur Prostitution gezwungen, als Teenager erfolgte die Verurteilung wegen Totschlags. Jetzt hat er zum ersten Mal realistische Aussichten auf eine Haftentlassung. Oberflächlich betrachtet ist alles für ihn geregelt: Eine eigene Wohnung und eine feste Anstellung warten auf ihn. Doch ist er wirklich bereit für ein Leben in der Welt da draußen?

Hautnah verfolgen die Filmemacher ihren Protagonisten bei seinem Alltag im Gefängnis, bei Reflexionsgesprächen mit Gutachtern und Betreuern und geben ihm Raum, sich und seine Sicht auf die Dinge selbst darzustellen, ohne dies zu kommentieren. Schließlich begleiten sie ihn bei seinen ersten Gehversuchen in der neuen Freiheit, mit allen damit verbundenen Schwierigkeiten, bis alles zu einem abrupten, erschütternden Ende kommt. Ein unbequemer Film, der viele Fragen aufwirft, über Möglichkeiten der Resozialisierung und deren Grenzen, über die Funktion von Haftstrafen überhaupt und nicht zuletzt darüber, was ein erfülltes Leben ausmacht und wie man das erreicht. Gelungen wird dabei eine tendenziöse Darstellung vermieden: Weder der Häftling noch all die Menschen, die sich um ihn kümmern, kommen hier schlecht weg. Und doch scheint dieses ganze System am Ende nicht wirklich zu funktionieren.

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