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Bad TalesEs war einmal ein Traum

Bestes Drehbuch, Berlinale 2020

Infos Vorführungen

bad tales - 2020 - poster
Vorführungen
Bambi
  • Mo17.01.
  • Di18.01.
  • Mi19.01.
  • Do20.01.
  • Fr21.01.
  • Sa22.01.
  • So23.01.
  • Mo24.01.
  • Di25.01.
  • Mi26.01.
  • Do27.01.
  • Fr28.01.
  • Datum:
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Informationen

2018 stellten die italienischen Zwillingsbrüder Damiano und Fabio D'Innocenzo bereits ihre erste Regiearbeit LA TERRA DELL´ABBASTANZA auf der Berlinale vor. Für Matteo Garrone schrieben sie das Drehbuch zu DOGMAN und 2020 kehrten sie mit BAD TALES in den Wettbewerb der Berlinale zurück und wurden mit einen Silbernen Bären für das Beste Drehbuch ausgezeichnet.

In BAD TALES sezieren sie in trüb durchlichteten, hitzeflirrenden Bildern die soziokulturelle Stagnation marginalisierter Gesellschaftsschichten vor der Kulisse des vorstädtischen Roms. Im Zentrum der Handlung stehen einige Familien: Kinder an der Schwelle zur Pubertät und deren etwas teilnahmslos vor sich hin lebende Eltern. Eigentlich noch zu unreif, erproben die Kinder bereits erste sexuelle Handlungen aneinander, aufgestachelt von der koketten Nachbarin, die auch manchen Familienvätern mit ihren knappen Outfits den Kopf verdreht. Doch unter der Fassade sommerlicher Unbekümmertheit schlummert die Frustration, die sich nach einem unauffindbaren Ventil verzehrt. Die milieubedingte Ausweglosigkeit und vorpubertäre Tristesse erzeugt schließlich einen Hang zur Autoaggression, die in einem selbstmörderischen Schlussakkord kulminiert. Neben Elio Germano, der gleichzeitig mit dem Film HIDDEN AWAY im Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten war, casteten die Regisseure größtenteils frische, relativ unbekannte Gesichter. Insbesondere die Kinderdarsteller, die keinerlei vorherige Kameraerfahrung mitbrachten, beeindrucken durch ihre Natürlichkeit und Ungezwungenheit. Ihre im Grunde recht düstere Geschichte inszenieren die Gebrüder D´Innocenzo mit meisterlicher, bitterböser Ironie und der genüsslichen Leichtigkeit einer Sommerbrise. Ihr unzuverlässiger Erzähler, der sich bis zum Schluss nie vollständig offenbart, aber doch eine tiefe Kenntnis über die Abläufe auf der Leinwand zu haben scheint, rundet den Film mit einer zynischen Note stimmig ab. Man darf sehr gespannt sein, welche Projekte diese talentierten Regie-Newcomer als nächstes anvisieren.

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