VorschauSTART | 20.02.2020

Cronofobia

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Cronofobia - 2019 Filmposter
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Eine unheimliche Anziehung führt zwei Menschen zusammen und lässt sie umeinander kreisen. Beide sind geprägt durch traumatische Verluste und suchen etwas im Anderen, das unwiederbringlich verloren scheint. Ein mysteriöses Rollenspiel beginnt, das seine Geheimnisse erst ganz zum Schluss preisgeben wird. Das vielfach ausgezeichnete Debüt von Francesco Rizzi überzeugt durch seine psychoanalytische Genauigkeit und ein hervorragendes Darsteller-Duo.

Anna (Sabine Timoteo) kann den plötzlichen Tod ihres Mannes nicht verarbeiten. In ihrer Abwehr der Trauer wird sie immer instabiler und verhält sich unberechenbar. So steigt sie eines Abends zu einem Fremden ins Auto, von dem sie weiß, dass er sie seit einiger Zeit verfolgt. Michael (Vinicio Marcioni) scheint keine Wurzeln zu haben, auch beruflich spielt er immer nur Rollen, um unter falscher Identität die Loyalität von Mitarbeitern zu testen. Instinktiv spürt er, dass Anna etwas von ihm erwartet, ihn braucht – auch wenn das bedeutet, dass er nicht als er selbst geliebt wird, sondern in der Stellvertretung eines Toten. Rizzi erforscht in eindringlichen Szenen Beziehungstraumata und ihre Übertragung. Die titelgebende „Angst vor der Zeit“ zeigt sich in einem Gedicht von Bukowski, das am Ende des Films eine zentrale Rolle spielt. Den Stillstand zu überwinden, heißt auch, das unwiederbringlich Verlorene gehen zu lassen.