Das Mädchen, das lesen konnte

AWARDS: San Sebastian 2017

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Das Mädchen, das lesen konnte - 2017 Filmposter
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Frankreich im 19. Jahrhundert: Unter der Herrschaft Napoleons III. werden alle Männer eines Bergdorfes verschleppt. Die zurückgelassenen Frauen entschließen sich die Rollen der Männer zu übernehmen und die republikanischen Werte weiter zu leben. Aus der Not heraus entsteht ein gelungenes Spiel der Geschlechter und ohne es konkret zu thematisieren ein Leben unter den Werten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Die südfranzösische Bäuerin Violette Ailhaud ist eine dieser Frauen, deren Leben sich von einem auf den anderen Tag verändert. Die Politik Napoleons III., die den Sturz der 2. Republik mit sich zieht und für die Verfolgung der Anhänger des Widerstandes sorgt, erhielt Einzug in die abgelegen Dörfer. Um nicht der Unterdrückung der Macht zu unterliegen, entschließen sich die Frauen gemeinsam dort zu bleiben. Nach einem Jahr des vergeblichen Wartens auf ihre Männer fassen sie den Entschluss, falls eines Tages ein Mann kommen sollte, ist dieser für alle da, um die Zukunft des Dorfes zu sichern — der Mann als Objekt der Begierde. Marine Francen spielt mit dem weiblichen Verlangen, der Sehnsucht nach Zuneigung und der Loyalität der Frauen untereinander. Die Stärke des Films liegt in der Harmonie und Ruhe die jede einzelne Einstellung mit sich bringt. Eine kompromisslose Schönheit, die die Verknüpfung von Natur und weiblicher Schaffenskraft fast wie ein Gemälde wirken lässt.