Der Flohmarkt von Madame Claire

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Der Flohmarkt von Madame Claire - 2018 Filmposter
Vorführungen
Atelier
  • Mi22.05.
  • Do23.05.
  • Fr24.05.
  • Sa25.05.
  • So26.05.
  • Mo27.05.
  • Di28.05.
  • Mi29.05.
  • Do30.05.
  • Fr31.05.
  • Sa01.06.
  • So02.06.
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Souterrain
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Informationen

Das bereits in sechs Filmen aufeinander eingespielte Mutter-Tochter-Gespann Catherine Deneuve und Chiara Mastroianni hat es erneut getan: Es bezaubert uns mit seiner Schauspielkunst, diesmal in Julie Bertuccellis Umsetzung des gleichnamigen Romans aus der Feder von Lynda Rutledge. In einer melancholischen Komödie berichtet sie von einer Wohnungsauflösung der besonderen Art.

Als Claire Darling in einem kleinen Dorf irgendwo in Frankreich an einem schönen Sommertag aufwacht, ist sie überzeugt, dass dies ihr letzter Tag auf Erden sein wird. Sie lebt in einem luxuriösen Landhaus voller Antiquitäten, Möbel und alter Uhren, die sie im Laufe ihres Lebens angesammelt hat. Doch was soll sie damit anfangen, wenn sie tot ist?  Diese Frage lässt sie nicht ruhen und führt zu einem spontanen Entschluss: Kurzum bestellt sie Möbelpacker, lässt sie das gesamte wertvolle Interieur nach draußen in den Garten schaffen und deklariert ihr Hab und Gut als Flohmarkt. Es dauert nicht lange, bis die Nachbarn und Dorfbewohner aufmerksam werden. Schnell bildet sich eine lange Schlange von Interessenten, denn Claires Preisvorstellungen haben Schnäppchen-Charakter. Doch schnell merkt sie auch, wie lieb und teuer ihr die Dinge sind, jedes nach draußen gestellte Einzelteil ihrer Sammlung weckt Erinnerungen und erzählt eine Geschichte.

Aber nicht nur ihr selbst geht es so, sondern auch den Dorfbewohnern, die das Angebot der exzentrischen Dame vornehmlich für ihren Vorteil nutzen, und ihrer Tochter, die alarmiert von einer guten Freundin nach 20 Jahren erstmals wieder – eher widerwillig – ihr Elternhaus betritt. Bald tauchen wir gemeinsam mit den Protagonistinnen immer tiefer ein in die Welt der Madame Claire, in ein reiches Leben mit vielen Erinnerungen, Bildern und Assoziationen. So erinnert sie sich nicht nur der zahlreichen verflossenen Liebhaber und der Welt ihrer Jugend, sondern auch Schmerzhaftes und Verdrängtes wird zu Tage gefördert.

“Catherine Deneuve ist selber Sammlerin von Antiquitäten und hat ihre Mitwirkung sofort zugesagt”, berichtete Bertucelli bei der Vorstellung ihres Films auf dem Französischen Filmfest letztes Jahr in Berlin. Schon die Romanvorlage habe ihr gefallen, besonders deren starke Hauptfigur, die nur noch mache, was sie wolle. Sie habe den Film im Haus ihrer Großmutter gedreht und viele der Antiquitäten hätten auch für sie persönlich eine Bedeutung, letztlich habe sie darin irgendwie ihre eigene Kindheit aufgearbeitet. Sie nimmt uns mit auf eine melancholische Reise in ein gelebtes Leben über viele Figuren und Zeitebenen hinweg. Dabei scheint Madame Claires Gedächtnis öfter mal Lücken zu haben, doch die Grand Dame weiß längst, dass man vieles verdrängen muss, um das wirklich Wichtige zu behalten. Das ist bei Erinnerungen genauso, wie bei Gegenständen. Man muss sich von etwas trennen, um sich zu befreien.

Bertucelli verwebt die vielen Rückblenden und Erinnerungen zu einem bewegenden Porträt und bedient sich dabei ihrer eigenen, sehr weiblichen Handschrift, die nicht nur emotionale und empathische Züge trägt, sondern durch eine ungemeine Poesie und Wahrhaftigkeit überzeugt.