Der Mann, der vom Himmel fiel 1975 Poster

Der Mann, der vom Himmel fiel

Nun ist es schon wieder zwei Jahre her, dass David Bowie nicht mehr unter uns weilt, da wird im im Umbau befindlichen Düsseldorfer Schauspielhaus mal wieder eine Ausnahme gemacht und das Theater für eine kleine Sensation geöffnet.

Geschah das im letzten Jahr für Robert Wilsons „Der Sandmann“, so ist es jetzt die Uraufführung von Bowies letztem Musical „Lazarus“ in deutscher Sprache. Während sich die Kritiker mit der assoziativen Erzählweise eher schwer tun, wird es von den Zuschauern geradezu abgefeiert. Wenig narrativ funktioniert es mehr auf musikalischer Ebene. Und dennoch gelingt es Bowie, in dessen Leben die einzige Konstante der stete Wandel war, sich und seinem Leben mit dem knappen Plott einen Rahmen zu geben.
Erstaunlicherweise ist es die Figur des Thomas Jerome Newton, die Bowie hier als „alter ego“ bemüht und die er selber ganz am Anfang seiner Karriere für Nicholas Roeg in dessen großartigem Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ verkörperte. Er war damals schon jener blasse, androgyne Typ, der den Außerirdischen Newton aus Walter Tewis Roman kongenial verkörperte. Newton kam auf die Erde, um nach Wasservorräten zu suchen, machte Karriere, wurde reich mit Patenten und blieb trotzdem stets der Außenseiter, der verraten, betrogen und verletzt wird.

Erstaunlich, dass Bowie über vierzig Jahre später diese Geschichte fort schreibt und seinen Tod vor Augen, sich mit Newton identifiziert und dessen Dilemma, auf dieser Welt nicht glücklich werden, sie aber auch nicht verlassen können, überwindet. So ist dann das Ende dieses aufwühlenden Musicals besonders versöhnlich, wenn man ihn wieder dahin zurückfliegen sieht, wo er einst hergekommen ist. Eine Vorstellung, mit der sich wahrlich gut weiterleben lässt. Dass Bowie selbst sich Zeit seines Lebens mit dieser Figur identifizieren konnte, mag Grund genug sein, sich noch einmal mit dem Schicksal von Thomas Jerome Newton zu beschäftigen, entweder als „Der Mann, der vom Himmel fiel“ im Souterrain oder als „Lazarus“ im Düsseldorfer Schauspielhaus.

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