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VorschauSTART | 30.06.2022

Der menschliche Faktor

Panorama, Berlinale 2021

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Der menschliche Faktor - 2022 poster
Informationen

Jan und Nina sind im Stress, das bilinguale Paar betreibt in Deutschland eine erfolgreiche Werbeagentur. Um mal wieder runterzukommen, fahren sie mit den beiden Kindern in ihr Wochenendhaus an der belgischen Küste. Doch die Urlaubsidylle wird durch einen mysteriösen Einbruch bei der Ankunft der Familie zerstört. Danach hat Nina eine blutige Nase und Zorro, die zahme Ratte von Sohn Max, ist verschwunden. Was ist passiert? Niemand kann der Polizei die Eindringlinge genauer beschreiben. 

Regisseur Ronny Trocker erzählt die Geschichte über die Einbrecher mehrmals, jeweils aus der Perspektive eines anderen Familienmitgliedes, aus dessen jeweiliger Wahrnehmung mit den daraus folgenden Schlüssen. Der Wahrheit kommt er so zwar nicht wesentlich näher, aber er zeigt das Misstrauen der Familienmitglieder untereinander, die sich längst nicht alles sagen. So hat Jan zuvor im Alleingang beschlossen, die Wahlkampagne für eine politische Partei mit populistischen Tendenzen zu übernehmen – ein Schritt, der allem widerspricht, was Nina wichtig ist. Nina hingegen scheint mit ihrem Bruder die Trennung von Jan vorzubereiten. Seine Annahme eines fragwürdigen Jobs erscheint ihr dafür die passende Gelegenheit, aber auch die Kinder verhalten sich oft anders als geplant. 

So beleuchtet Ronny Trocker die Familie aus mehreren Perspektiven und zeigt Bruchstellen auf, die man auf den ersten Blick nicht wahrnehmen würde. Ein interessantes Psychogramm einer Familie, deren individuelle Wahrnehmung ihre Fragilität ans Licht bringt.

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