Die Pariserin

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Die Pariserin - 2017 Filmposter

Seine ersten Sporen verdiente sich der französische Filmemacher Ludovic Bernard als Regieassistent bei actionhaltigen Blockbustern wie „96 Hours – Taken 2“ oder „Lucy“ – nun folgt nach der Abenteuerromanze „L'ascension“ sein zweiter Spielfilm als Regisseur. In „Die Pariserin – Auftrag Baskenland“ setzt Bernard einen humorvollen Culture-Clash in Szene, der mit verspielter Romantik und einem Schuss Action daherkommt. Das Ergebnis ist kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung.

In Begleitung ihres 17-jährigen Schwagers Gaëtan (Damien Ferdel) reist die Pariser Karrierefrau Sibylle Garnier (Élodie Fontan) in ein Dorf im südfranzösischen Baskenland. Dort soll sie einen alten Eisenwarenladen aufkaufen, den ihr Chef zum Supermarkt umbauen will. Da der Ladenbesitzer jedoch (scheinbar) verstorben ist, leitet dessen Neffe Ramuntxo Beitialarrangoïta (Florent Peyre) die Verhandlungen – und der will das Geschäft unter gar keinen Umständen verkaufen. Auch die 100.000 Euro Anzahlung, die der Onkel bereits erhalten hat, sind nicht mehr auffindbar. Während Sibylle alles versucht, um Ramuntxo umzustimmen, findet sie heraus, dass der starrköpfige Espadrilles-Verkäufer und Musiker als Bombenleger der Eta im Gefängnis saß. Als Ramuntxos Exfreundin Arantxa (Barbara Cabrita) auftaucht, eskaliert die Lage endgültig.

Auf den ersten Blick wirkt „Die Pariserin“ wie ein baskisches Pendant zum Publikumshit „Willkommen bei den Sch’tis“. Und tatsächlich ähneln sich die Culture-Clash-Komödien, die sich jeweils an einer Vielzahl von Klischees abarbeiten und auf ein gerütteltes Maß Lokalkolorit setzen. Anfangs belächelt die Städterin Sibylle die baskischen Dörfler noch mit ihrer großstädtischen Herablassung, doch mit der Zeit lernt sie den ureigenen Charme der Gegend kennen und besinnt sich allmählich neu. Sibylles Anpassung an das geerdete Treiben im Baskenland macht Ludovic Bernard auch äußerlich deutlich, wenn die anfangs im Business-Dress und mit hochhackigen Schuhen auflaufende Pariserin schließlich mit Schlappen, Sommerkleid und Baskenmütze auftritt und sich den Einheimischen anpasst.

Darstellerisch überzeugt die aus „Monsieur Claude und seine Töchter“ bekannte Élodie Fontan, die Sibylle mit genau der richtigen Mischung aus Zickigkeit und Charme spielt. Ihr zur Seite steht Florent Peyre („Die Super Cops – Allzeit verrückt“), der als uriger Baske ordentlich zupacken kann, als Gitarrenspieler und ländlicher Sänger aber auch über eine zart-romantische Seite verfügt.

Für Abwechslung sorgt der Plot um Ramuntxos frühere Flamme Arantxa, die nach wie vor mit der Eta kollaboriert. Ihr Zutun würzt die romantisch-humorvolle Handlung mit einer Prise Action, die zum Ende hin deutlich an Fahrt aufnimmt. Beim Finale feuert Sibylle sogar eine Panzerfaust ab, nachdem sie zuvor von einem Bären beim Pinkeln im Wald überrascht wurde. Der Dreh in Richtung Abenteuer tut der Romanze gut und verleiht dem Film einen individuellen Anstrich.

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