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Dieter Meier - Ein Zufall

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Dieter Meier - 2021 poster
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Dieser Experimental-Doku-Musikfilm zeigt Dieter Meier, voller Expressivität und Experimentierfreude als Sänger und Texter der Schweizer Band »Yello«, Spieler, Poet, Konzeptkünstler, Schriftsteller, Filmer, Fotograf und Bonvivant.

Fasziniert von Musik+Text, besonders vom Song “Assistant´s Cry”, („100.000 people walking down the street, trying to protect their dream…“), Anfang der 80´er, wurde ich fan von YELLO, hatte alle Platten, die ich oft hörte. Zufällig, als ich Hilfe suchte für meinen Undergrounder-Film in Berlin,`86, bekam ich Kontakt zu Dieter Meier, “Komm nach Zürich und zeig mir was Du kannst.“ Mit meinem klapprigen VW-Käfer (oder war es schon der Audi-50?), fuhr ich, an einem Sonntag, von Hamburg ineinemdurch. Unser Treff am Montag wurde täglich verschoben…, und am letztmöglichen Termin, Samstag, schaute Dieter (per VHS) meinen Kurzfilm „Ein Platz An Der Sonne“, mit dem Lied „Seele Brennt“ (Neubauten).

Ein gefangener Schmetterling im Glas, flatternd im Gegenlicht der Sonne.

Es war still im Raum, als Dieter Meier sprach: „Mir gefällt der Film, ich geb Dir keinen Pfennig, aber mache sonst was Du willst.“  Nach 5 Sekunden  Überlegung, antwortete ich: “Ich möchte mit Dir drehen in Marrakesch, am Ganges und Himalaya.“ So geschah es. Am Ganges füllte Dieter eine Kaffeekanne mit dem heiligen Wasser, und in einem alten weißen Taxi (Ambassador), gings in den Himalaya, (meine profane Idee: die Zeit rückgängig machen). Es war eine wunderbare Welten-Fahrt, außer 2 nächtlichen Überfällen durch einheimische Banden, wo je 100 Dollar womöglich unser Leben rettete. 

Zwei Jahre später: ein Film über Butohtänzer Kazuo Ohno, wieder mit YELLO-Musik, man konnte mit ihm und der Musik davonschweben, wie ins Nichts. Über viele Jahre traf ich  Dieter Meier immer wieder mal zufällig, und so wurde er in fast jedem meiner Filme Gast mit seinen speziellen Ideen, zur Filmkunst, Kunst, Pop, Heavyrock, Jazz, Flamenco…
Es entwickelte sich eine Art `Langzeitbeobachtung´, ungeplant, und aus den Materialien entstand dieser Film. Wieder zufällig, und ungeplant ergab sich ein Dreh im Schauspielhaus Zürich, wo Dieter Meier zum Zwiegespräch von Stefan Zweifel (James Joyce-experte) eingeladen war, der fragte, wie Meier „es schaffe dem Sinn in der Sinnlosigkeit viele Jahre nachzugehen“. Dies Thema ist ein roter Faden im Film, fast wie ein Spinnengewebe.
Kein Wunder, dass Dieter Meier inspiriert wurde von Robert Walser und auch von Jean Tinguely, dem er ein Lied widmete, „Schüffele, Schüffele“, (im Film mit Szenen in Basel).

Dieter Meier, von Zürich bis zum Ganges…,  ein sehr energetischer Mensch…, aktiv in vielen verschiedenen Welten. Ein Poet, Spieler, Performer, Konzept-Künstler, Schriftsteller, Filmer, Musiker bis BioFarmer und Unternehmer,… ein Getriebener, Überzeugungen und Zweifel, immerwieder dem Zufall offen…, ein ungebändigter Gebenedeiter…

Gerade fällt mir auf, dass es immer wieder großartige Songs auf der, von 1980, ersten LP  „Solid Pleasure“ gibt (wie Assistant`s Cry, Bostich), sowie  über 35 Jahre bis heute auf „Toy“, (wie Limbo, Dark Side, 30.000 Days). Kreiert zusammen mit Boris Blank, dem Zauberer der Musik und Vorreiter des Elektropop, perfekt auch für Kino, „Klangbilder“, mal grandiose overpower-Dramatik, punkig, heayyrockig, und oft davonschwebend, …,

 „ …this is an odyssee through sound and space…“…

Einige Stichpunkte: Zufälle, Lotto, Poker, Konzeptkunst, Nichts, Situationist, Haltung, Robert Walser, Golf, Godot, Konzertszenen von „Yello“, und „Out Of Chaos“,  mit „Wolf Wolf“, Spiel, 16mm, videos, Tinguely, Knetfiguren, Fotos, Bergwand, Duende, „Manhattan-Babylon“, Jazz, Flamenco, Butohtanz, Briefmarken, Kind, Faust, Unschuld, gleicher Wimpernschlag, Identitäten, Eltern, Großeltern, Mut, Marrakesch, Galerien, Restaurant, Wein, Sehnsucht, Kaffeekanne, Ganges, Kronenhalle, Himalaya…    

//Gefilmt über 30 Jahre, in Zürich, Berlin, Hamburg, Basel, NewYork, L.A, Marrakesch, Varanasi, Himalaya… // gefördert von FFHSH

Peter Sempel, 15.09.2019link DieterMeierCoincidence

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