Ein Leben für die Menschlichkeit - Abbé Pierre

Cannes 2023

Infos Vorführungen

Ein Leben für die Menschlichkeit - 2023
Vorführungen
Bambi
  • Sa13.07.
  • So14.07.
  • Mo15.07.
  • Di16.07.
  • Mi17.07.
  • Do18.07.
  • Fr19.07.
  • Sa20.07.
  • So21.07.
  • Mo22.07.
  • Di23.07.
  • Mi24.07.
Informationen

Frédéric Telliers konventionelles Biopic über den französischen Priester Abbé Pierre, der sich ein Leben lang für die Armen einsetzte und in Frankreich wie ein Pop-Star gefeiert wurde, erstreckt sich über 80 Jahre. Dabei geht er zurück bis ins Jahr 1937, wo Abbé Pierre in einem Kapuzinerkloster nach einem Schwächeanfall beschieden wird, dass er für das harte Klosterleben wohl wenig geeignet sei und an anderer Stelle Wichtigeres leisten könne.

Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich dann der Resistance an und half hunderte jüdische Mitbürger zu verstecken. Aus diesem sozialen Engagement entwickelt sich nach dem Krieg zwangsläufig seine Unterstützung für die Mittellosen der Gesellschaft. Tellier streut hier erschütternde und bewegende Archivaufnahmen aus dem harten Winter 1954 ein, die das Leid der Ärmsten dokumentieren und erfrierende Obdachlose an den Ufern der Seine mitten in Paris zeigen. Die Bilder lassen auch heute noch niemanden kalt, wie schon damals, als sie Abbé Pierre nutzte, um mit einer bewegenden Radioansprache eine Welle der Solidarität auszulösen. Er appellierte an die Pflicht aller Christen, hier nicht wegzusehen, sondern zu helfen und ihren Wohlstand mit den Obdachlosen zu teilen. Eine Spendenlawine ungekannten Ausmaßes ist die Folge und stellt Abbe Pierre vor ganz neue logistische Probleme. Er wird Abgeordneter der Nationalversammlung und als Volksheld verehrt, er gründet die weltweit operierende Obdachlosenhilfe “Emmaus”.

Diese Bewegung gibt es noch heute und Abbé Pierre war sein Leben lang ihr telegener Fürsprecher, dem Regisseur Tellier hier ein filmisches Denkmal setzt. Dabei ist es sehr erfrischend, dass er Religion und Politik weitgehend heraushält, denn Abbe Pierre ließ sich von beiden Seiten nicht vereinnahmen, sondern beschränkte sich darauf, Menschen in Not zu helfen und denen eine Stimme zu geben, die keine haben. Ein mitreißendes Kinoerlebnis von erhabener Schönheit, tiefem Mitgefühl und erstaunlicher Aktualität.

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