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So bewegend war ein Tierfilm schon lange nicht mehr: Der russische Regisseur Victor Kossakovsky begleitet auf einem ökologischen Bauernhof die Sau Gunda bei der Geburt ihrer kleinen Ferkel. In der filmischen Begegnung mit ihnen entsteht eine außergewöhnliche Nähe, welche die Grenzen zwischen Mensch und Tier zunehmend in Frage stellt. Als ausführender Produzent fungierte der Schauspieler Joaquin Phoenix, der sich für Veganismus und gegen Massentierhaltung engagiert.

Wie schon in seinem dokumentarischen Essay AQUARELA verzichtet Kossakovsky auf jeglichen Off-Kommentar. Stattdessen entstehen durch die Arbeit mit außergewöhnlichen Kameraanordnungen neue Sichtbarkeiten. So baute Kossakovsky um die titelgebende Sau Gunda einen eigenen Stall, ausgestattet mit Aufnahmegeräten, die einen 360-Grad-Rundumblick auf das Muttertier erlauben, während sie gerade einen Wurf kleiner Ferkel zur Welt bringt. Die nahen Schwarz-Weiß-Einstellungen haben einen verblüffenden Effekt. Durch das Zurücktreten der Farbe kommt das Gestische der Tiere stärker in den Blick, und damit auch die Einzigartigkeit ihrer Wesenszüge. Unter den neugeborenen Ferkeln bilden sich mit der Zeit immer mehr Charaktere heraus, Mutige und Schüchterne, Gewitzte wie Unbeholfene. Ohne je in eine gezielte Vermenschlichung zu kippen, enthüllt der Film Sensibilität und Eigensinn der Tiere. Kossakovsky gelingt es mit diesen Bildern, Verleugnungsprozesse in Frage zu stellen, die beim Konsum von Fleisch nach wie vor alltäglich sind.