Il LegionarioDer Legionär

Infos Vorführungen

Il Legionario - 2022

Festival 

25. Cinema Italia - Tournee

Bambi
Mo03.10.2219:00

10,00 €/8,00 €
Normal / Gildepass

Festival 

25. Cinema Italia - Tournee

Bambi
Di04.10.2221:30

10,00 €/8,00 €
Normal / Gildepass

Informationen

Daniel ist als Sohn von afrikanischen Eltern in Rom geboren und in einem besetzten Gebäude aufgewachsen. Vor Jahren hat er beschlossen wegzugehen, um ein neues Leben anzufangen, doch nun ist er gezwungen zurückzukehren. Diesmal trägt er jedoch eine Polizeiuniform und soll den alten Wohnkomplex räumen, wo immer noch seine Mutter und sein Bruder Patrick leben, der inzwischen der Anführer der Hausbesetzer ist. Die Polizeieinheit, der er angehört, ist für Daniel wie eine Zweitfamilie, auch wenn es immer wieder Vorbehalte gegen den einzigen schwarzen Polizisten in der Abteilung gibt. So hat er auch seine Vergangenheit in dem besetzten Haus verschwiegen. Der Tag der Räumung rückt näher. Daniel gerät immer mehr in ein Dilemma… Römische Legionäre des 21. Jahrhunderts: Das packende und vielschichtige Porträt eines afrikanisch-italienischen Polizisten stellt viele Gewissheiten infrage – auch die eigenen. Filmemacher Hleb Papou ist selber Migrant aus Belarus und gewann mit Il legionario beim Filmfestival von Locarno den Preis als bester Nachwuchsregisseur.

Ausgehend von seiner eigenen Erfahrung als Einwanderer in Italien gelingt es Hleb Papou, sehr sensible Töne anzuschlagen, indem er von der Multikulturalität erzählt, von Menschen, die sich mit manchmal sehr unterschiedlichen Identitäten auseinandersetzen müssen. Warum sollte Daniel nicht das Recht haben, eine Polizeiuniform zu tragen? Warum kann er nicht, anstatt sich an die Gewalt, den Machismo, die Homophobie und den Rassismus anzupassen, die einen Polizisten zu definieren scheinen, sein Team mit seiner Erfahrung bereichern? Was wird aus Italien, wenn es nicht in der Lage ist, sich zu verändern, indem es die Hunderttausende von Einwandererkindern berücksichtigt, die es morgen prägen werden? Wenn es nicht den Mut hat, sich mit seinen Widersprüchen, mit den offenen Wunden, die es bewohnen, auseinanderzusetzen? Der Regisseur bringt die Komplexität, die sich aus der Berührung verschiedener Kulturen ergibt, auf authentische Weise auf die Leinwand – mit starken und wirkungsvollen Bildern, die Raum für Fantasie und Fragen lassen. Ein aufrichtiger Film, der einen nicht gleichgültig lässt.
Giorgia Del Don, Cineuropa

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