Meine schrecklich verwöhnte Familie

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Faul, arrogant und verschwenderisch. Die drei Kinder des Geschäftsmannes Francis Bartek machen nichts aus ihrem Leben, außer das Geld auszugeben, das ihr Vater hart verdient hat. Wütend und enttäuscht über ihr Verhalten, täuscht er vor, sein Vermögen verloren zu haben und zwingt sie dadurch, das Undenkbare zu tun: Arbeiten!

Monaco, ein kleines Paradies, für alle Betuchten. Doch seit seine Frau gestorben ist, entgleiten Francis Bartek (Gérard Jugnot) die Dinge. Einerseits kommt der Millionär nicht über ihren Tod hinweg, andererseits regen den erfolgreichen Patriarchen die Eskapaden seiner drei Sprösslinge immer mehr auf. Die eigentlich schon erwachsenen Kinder bekommen als verwöhnte, verschwenderische Tagträumer ihr Leben nicht in den Griff. 

Tochter Stella (Camille Lou) lässt sich von einer Edelboutique zur nächsten chauffieren, hält ihren halbseidenen Gigolo Juan Carlos (Tom Leeb) aus und schikaniert die Hausangestellten. Salon-Revoluzzer Alexandre (Louka Meliava) fliegt von jeder Uni. Statt seine Vorlesungen zu besuchen, zieht er es vor, die Mütter seiner Kommilitoninnen zu beglücken, während diese ihm seine Hausaufgaben machen. Und Philippe, der eigentlich später das Firmenimperium übernehmen soll, präsentiert seinem Vater eine absurde Idee nach der anderen als Verkaufsschlager. Gleichzeitig hat auch er nur Parties und schnelle Sportwagen im Kopf.

Als Stella auf ihrer Geburtstagsparty, aus Trotz, die Verlobung mit ihrem windigen Latin Lover bekannt gibt, Philippe seinen simplen Auftrag in den Sand setzt, weil er lieber mit seinen Kumpels feiert und der Dekan der Uni ihm klarmacht, dass Alex nicht nur mit seiner Frau, sondern auch mit seinen beiden Töchtern schläft, erleidet er einen Herzinfarkt. Aber selbst an seinem Krankenbett streiten seine Kinder nur miteinander. Francis ist restlos bedient. Zusammen mit seinem Companion Ferrucio heckt er einen Plan aus.

Zwei Monate später stürmt die Polizei seine Villa. „Kinder hierher, wir fliehen durch die Hintertür“, ruft er als Retter seinen völlig verzweifelten Sprösslingen zu. „Wir sind pleite, wir müssen ins Gefängnis“, eröffnet er ihnen. Draußen schnappt er sich ein vorbeifahrendes Auto und fährt mit ihnen nach Marseille in das alte, heruntergekommene Haus seines eigenen Vaters. Als einfacher Maurer startete er dort einst seine Karriere. Nun sollen seine Kinder hier, weit weg von Luxus, Handys und ohne einen Cent in der Tasche, lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.

Kaum zu glauben, dass schon Kultregisseur Luis Buñuel, der Meister des surrealen Kinos, sich im mexikanischen Exil mit dieser Thematik auseinandersetzte. Seine Komödie „El Gran Calavera“, übersetzt „Der große Lebemann“ handelt von einer kapitalistischen Familie, die sich zum Zweck moralischer Belehrung wechselweise Possen von Bankrott und Verelendung vorspielt.
Auch der französische Regisseur Nicolas Cuche hat das Thema amüsant umgesetzt. Besonders

Hauptdarsteller Gérard Jugnot („Die Kinder des Monsieur Mathieu“ ) als reicher Vater, der seinen verwöhnten Sprösslingen eine Lektion erteilen will, agiert mit bemerkenswerter Spiellust. Darüber hinaus machen absurd skurrile Situationen Laune, am Ende freilich muss sich der Erzeuger aber auch selbst Kritik gefallen lassen. In Mexiko avancierte der Streifen zum Kinohit. Die französische Adaption über Familie, Kinder und das liebe Geld punktet mit erfrischendem Esprit und Charme.

 

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