Nach dem Urteil

AWARDS: Filmfest München 2018

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Nach dem Urteil - 2017 Filmposter

Mutter und Vater lassen sich scheiden und müssen das Sorgerecht miteinander teilen. Feinfühlig beobachtet setzt Regisseur Xavier Legrand Stück für Stück die Puzzleteile zusammen und kreiert ein spannungsvolles, kontrastreiches Bild, das durchleuchtende Blicke in die familiäre Vergangenheit gewährt. Ein aufrüttelndes Drama, das tief berührt und die Spannungen der Protagonisten kongenial einfängt.

Besson gegen Besson: Antoine (Denis Ménochet) und Miriam (Léa Drucker) stecken in der Scheidung und müssen sich nun das Sorgerecht um ihren elfjährigen Sohn Julien (Thomas Gioria) teilen. Seine volljährige Schwester (Mathilde Auneveux) darf selbst entscheiden, wann sie zu wem will. Genau das möchte Julien auch. Das Gericht geht dieser Bitte allerdings nicht nach, so muss Julien an den Wochenenden immer zum Papa. Miriam ist entsetzt, sie verbringt die folgenden Wochenenden in sorgenvoller Qual, derweil Antoine versucht, einen Draht zu seinem Sohn zu knüpfen – ohne Erfolg. Schließlich sieht er sich mit der Frage konfrontiert, ob er wirklich das Monstrum ist, als das er von seiner Familie wahrgenommen wird. Schnell ist auch dem Zuschauer klar, dass in der Vorgeschichte Dinge passiert sein müssen, die die zerrüttete Familie traumatisiert haben müssen. Stilistisch erinnert „Nach dem Urteil“ an die naturalistischen Werke der Dardenne-Brüder („Zwei Tage, eine Nacht“).