Palmyra

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Palmyra - 2017 Filmposter
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Digitale Produktionsweisen machen es möglich, mit einfachsten Mitteln einen Film zu produzieren, der sich im Kino als großer Erfolg erweisen kann, zumal wenn er ein aktuelles Thema adressiert: „Palmyra“ von Hans Puttnies entwickelt entlang eigener Reiseaufnahmen, die vor der Zerstörung der antiken Stadt durch den IS entstanden sind, einen filmischen Essay, der zum Nachdenken über das europäische Verhältnis zum Orient anregt und die vielfältigen historischen Fäden aufrollt, die sich um jene Schnittstelle der Kulturen im Nahen Osten gelegt haben.

Die syrische Stadt Palmyra geriet vor einigen Jahren in die Schlagzeilen, als der IS in einem medienwirksamen Akt ihre antiken Bauten sprengte und damit einen Teil des UNESCO-Weltkulturerbes unwiederbringlich zerstörte. Viel Empörung richtete sich gegen eine solche in der westlichen Öffentlichkeit barbarisch genannte Tat, die jedoch von den Islamisten als gezielte Provokation verübt wurde. Der Medienkulturwissenschaftler Hans Puttnies nimmt die Aufnahmen seiner eigenen Reise nach Palmyra vor zehn Jahren zum Ausgangspunkt, um über die Politik der Bilder nachzudenken, die sich seit Jahrhunderten um die Ruinen entwickelt hat. Dabei hinterfragt er nicht nur die vermeintliche Objektivität der Geschichtswissenschaft, sondern auch unsere kulturellen Vorstellungen des Orients, die seit jeher von kolonialistischen Fantasien und Fehlannahmen geleitet werden. Puttnies ergänzt sein vielfältiges Material in sieben Kapiteln durch seine hellsichtigen Kommentare, deren kulturwissenschaftliche Perspektive heute mehr denn je in aktuellen Debatten gebraucht wird.

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