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The Secrets We KeepSchatten der Vergangenheit

Schatten der Vergangenheit

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The secrets we keep - 2021 Poster
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Als schwarz gekleidete gepiercte Hacker-Heldin Lisbeth Salander in den Krimiverfilmungen von Stieg Larsson wurde Naomi Rapace weltberühmt. Längst hat sich die eigenwillige Schwedin von dieser Rolle erfolgreich emanzipiert. In dem spannenden, vielschichtigen Thriller des israelischen Regisseurs Yuval Adler brilliert sie erneut mit außergewöhnlicher schauspielerischer Intensität. Authentisch verkörpert sie eine traumatisierte Frau, die Rache nehmen will für die Verbrechen, die während des Zweiten Weltkriegs von SS-Schergen an ihr verübt wurden.

Wenn die Kamera in einer amerikanischen Vorstadt in den Fünfzigern landet, verspürt man eine Sehnsucht nach heiler Welt. Zugleich aber hegt man Misstrauen gegenüber der Idylle. Maja (Noomi Rapace) sitzt auf bei einem lauschigen Picknick im Park mit ihrem kleinem Sohn (Jackson Dean Vincent ). Immer wieder erfreut er seine Mutter mit seinen wunderbar schillernden Seifenblasen. Doch genauso wie die fragilen Gebilde plötzlich platzen, scheint Mayas Leben von einem Moment auf den anderen aus den Fugen zu geraten. Sie springt plötzlich auf und folgt irritiert einem fremden Mann (Joel Kinnaman). Sein Gesicht erinnert sie an eine Vergangenheit, die sie zu vergessen suchte und auch ihrem Mann Lewis (Chris Messina) verheimlichte.

Doch nun scheint das Trauma in ihren Alltag eingebrochen. Die gebürtige Rumänin ist überzeugt, in dem Fremden ihren früheren Peiniger wiederzuerkennen.

Obwohl Noomi Rapace ihre Figur der spektakulären Punk-Lady in Hollywood sämtliche Türen öffnete, löste sich die eigenwillige Schwedin längst von Lisbeth Salander. Die jährige glänzte seitdem in Ridley Scotts Alien-Prequel „Prometheus – Dunkle Zeichen“, an der Seite von Robert Downey jr. im Action-Blockbuster „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ und im Thriller „Dead Man Down“ neben Colin Farrell. Die Tochter einer schwedischen Schauspielerin und eines spanischen Flamenco-Sängers besitzt ein Faible für extreme Rollen.

Regisseur Yuval Adler inszeniert das fesselnde Drama, als würde es tatsächlich aus den Fünfzigern stammen. Angefangen von den Farben, der Ausstattung scheint sein visueller Stil den Melodramen eines Douglas Skirk nachempfunden. Gleichzeitig durchbrechen düstere Rückblenden aus der grausamen Vergangenheit seiner Hauptdarstellerin die Heile-Welt-Idylle des bürgerlich sauberen amerikanischen Vororts. Zudem wirft das Schicksal Majas ein Schlaglicht auf Nazi-Gräuel an einer Bevölkerungsgruppe, die lange um ihre Anerkennung als NS-Opfer kämpfen musste.

Maja ist eine Roma. Der Völkermord an den europäischen Roma, Sinti und Jenischen während des Zweiten Weltkriegs war lange kein Thema. Die Aufarbeitung ließ auf sich warten. Entschädigungsanträge wurden abgelehnt mit dem Argument, es habe sich nicht um rassistische Verfolgung gehandelt. Bis in die frühen 1980er-Jahre dauerte es, bevor der Genozid an den Sinti und Roma offiziell anerkannt wurde. In manchen europäischen Ländern brachten die Nazis bis zu 90 Prozent der Gemeinschaft um. Insgesamt fielen dem Porajmos, so das Wort aus Roma-Sprache, rund 500 000 Personen zum Opfer. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurde im Konzentrationslager Auschwitz II-Birkenau das sogenannte Zigeunerlager liquidiert. Allein in dieser Nacht starben 3000 Menschen.