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Es hätte schlimmer kommen können

Vorführungen

Es hätte schlimmer kommen könnn - 2019

Die Aufnahmeprüfung an der Münchner Schauspielschule hätte er beinahe nicht bestanden. Doch ein Lehrer erkannte sein Talent: „Er hat zwei Dinge: Kraft und Naivität. Versuchen wir’s!“ So begann die Karriere von Mario Adorf, geboren 1930, der zu einem der populärsten Schauspieler seiner Generation wurde. Wir gratulieren zum 90. Geburtstag.

Wessely beginnt mit Adorfs Kindheit in Mayen, seinen ersten Theatererfahrungen in München und seinem ersten Kinoerfolg in Robert Siodmaks “Nachts, wenn der Teufel kam”. Die Interviews mit Senta Berger und Margarethe von Trotta sind bezaubernd, lassen aber durchschimmern, dass er dem internationalen Jetset wie auch der Münchner Schickeria distanziert gegenüber stand. Doch zum Neuen Deutschen Film zählte man ihn auch nicht, was ihn heute noch wehmütig werden lässt. So hat er sein Glück in Italien gefunden. Dreißig Jahre lebte er in Rom, und als die Dreharbeiten ihn zu seiner einstigen Wohnung führen, wird er vom Wirt der Kneipe gegenüber wiedererkannt. Was allein diese Szene an Menschlichkeit und Lebensfreude vermittelt, lässt ahnen, dass er hier glücklichere Jahre verbracht hat als dies in Deutschland wohl möglich gewesen wäre.

Wessely gelingt ein bewegendes Porträt eines leidenschaftlichen Menschen und Schauspielers, der seine Sicht auf die Welt, seinen Beruf, die Liebe und das Älterwerden sympathisch und selbstironisch zu skizzieren weiß.

Kalle Somnitz

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