Eine Filmreihe im Souterrain

Pedro Almodóvar

Vorführungen

In Cannes gewann Antonio Banderas die Silberne Palme für den Besten Darsteller in LEID UND HERRLICHKEIT von Pedro Almodovar. Darin spielt er einen in die Jahre gekommenen Regisseur, quasi das Alter Ego von Almodovar, und macht ihn durch seine einfühlsame Performance zu dessen persönlichstem Film. “Wenn du über einen Regisseur schreibst, ist es unmöglich, nicht an sich selbst zu denken und die eigene Erfahrung als Referenz zu betrachten.” erklärte Almodovar in Cannes und fand es nur pragmatisch, dass der Film in seinem Haus spielt, die Möbel in der Küche sind seine Möbel und die Gemälde an den Wänden hängen auch sonst dort. Auch Banderas Maske lässt ihn aussehen wie seinen Regisseur, insbesondere seine Haare und der Vollbart erinnern an ihn und er trägt sogar seine Schuhe und manch anderes Kleidungsstück.

”Dies ist der autobiografische Aspekt des Films,” stellt Almodovar klar, “doch sobald man mit dem Schreiben beginnt, übernimmt die Fiktion das Zepter und macht sich unabhängig vom Ursprung.” So ist eben nicht nur ein sehr persönlicher Film entstanden, sondern auch ungewollt der dritte Teil einer Trilogie, deren Entstehung 32 Jahre gedauert hat. Die ersten beiden Teile sind DAS GESETZ DER BEGIERDE (1987) und LA MALA EDUCACIÓN – SCHLECHTE ERZIEHUNG (2004). Alle drei Filme haben einen Filmregisseur als Protagonisten und in jedem Teil stellen Begierde und filmisches Erzählen die Grundpfeiler der Handlung dar. Doch die Art und Weise, wie Fiktion und Realität verbunden sind, unterscheidet sich in jedem von ihnen. Kunst und Leben stehen für die zwei Seiten derselben Medaille. Und das Leben beinhaltet immer Leid und Begierde.

Wer also dem Regisseur Almodovar näher kommen will, kann im Souterrain noch einmal alle Teile dieser Trilogie, die beinahe über die gesamte Schaffenszeit des großen spanischen Filmemachers geht, anschauen.

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