Die Filmreihe

Jim Jarmusch

Vorführungen

Dass Jim Jarmusch ein Faible für den Genre-Film hat, ist nicht neu, doch als bekannt wurde, dass er das diesjährige Filmfestival in Cannes mit einem Zombie-Film eröffnet, war man doch ziemlich überrascht, ja sogar skeptisch. Doch Jarmusch hat mit THE DEAD DON’T DIE  mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn den Widerspruch zwischen dem doch eher platten und oft gewalttätigen Genre und seinen eher melancholisch zurückhaltenden Filme löst er mindestens so elegant auf wie in seinem Liebes-Vampirfilm ONLY LOVERS LEFT ALIVE. “Ich mag Genre-Filme”, sagt Jarmusch, “und zwar viele, die alten, die weniger bekannten und natürlich die Klassiker. Unter der oft banalen Handlung versteckt sich meist ein metaphorischer Kern, die gesellschaftspolitische Botschaft liegt immer im Subtext. So wurde der amerikanische Low-Budget Horrorfilm zu einer Metapher für Spätkapitalismus und Konsumismus.” Jarmusch stellt den Zombiefilm auf den Kopf und entwickelt seine eigene, einzigartige Vision davon. Dabei räumt er ein, dass Zombies unmenschlich und wenig sympathisch sind, Vampire dagegen verführerische Kreaturen. Doch er benutzt die dunkle Seite dieses Genres, um über die Absurdität unserer Gegenwart zu amüsieren.

Dabei haben sich Jarmuschs Umgang mit dem Genre-Filmen im Laufe seiner Karriere von liebevollen Parodien zu gesellschaftlich relevanten Umkehrungen verändert. Ein Thema, das wir gerne mit einer kleinen Werkschau seiner Genrefilme beleuchten wollen: Angefangen mit seinem psychedelischen Western DEAD MAN (1995), über das Samurai/ Gangster-Mashup GHOST DOG – DER WEG DES SAMURAI (1999)  und seiner Variation der romantischen Komödie in BROKEN FLOWERS (2005) bis hin zu seiner bohemian Vampirkomödie ONLY LOVERS LEFT ALIVE (2013) in Detroit und Tanger mit Tilda Swinton in der Hauptrolle.

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