Die Filmreihe

MitternachtskinoSommernachtsträume in Giallo

Vorführungen

Mitternachtskino - Staffel 8

Der „Giallo“ (ital. ‚gelb‘, abgeleitet von einer Reihe von Krimiheftchen mit gelbem Einband) war eine Spielart des italienischen Horrorfilms der vor allem Siebziger Jahre. Von der Story her meist ein einfacher Krimi – oft geht es um einen Serienmörder, der in der Stadt sein Unwesen treibt – macht der Giallo einem schnell klar, dass die Aufklärung der Verbrechen hier nur zweitrangig ist. Im Mittelpunkt stehen die Morde selbst, die grauenerregend detailverliebt und kunstvoll in Szene gesetzt sind und bei denen es immer um die Verwandtschaft von Gewalt und Sex geht.

Schon in den Sechzigern hatte der Horrorfilm das Monster Mensch, den „Psychokiller“, für sich entdeckt und schon Filme wie Hitchcocks „Psycho“ (1960) und Michael Powells „Peeping Tom“ („Augen der Angst“, ebenfalls 1960) hatten einen unverkennbar erotischen Unterton. Hierauf stürzt sich der Giallo und erzählt die Erotik des Mordens aus, hemmungslos und voyeuristisch – feste Bestandteile: lange phallische Messer, die in junge, halbnackte Frauen eindringen, ein Mörder in schwarzem Leder, eng anliegend wie eine zweite Haut.

Was den Giallo dabei zur Kunst macht, ist vor allem sein genialer Einsatz filmischer Mittel, um bei winzigem Budget, fadenscheiniger Story und bemühten B-Darstellern dennoch jede Menge Stimmung zu zaubern: Durch raffinierten Einsatz von Licht, oft auch farbig, durch ungewöhnliche Kameraperspektiven und kreative Ton- und Musikexperimente wird er zum atemlosen Trip, der manchmal sogar ans Psychedelische grenzt – und historisch den Weg bereitet hat für den amerikanischen „Slasher-Film“ der Achtziger Jahre à la „Halloween“ und „Freitag, der 13.“.

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