Am 14.05.2026 war der mexikanische Regisseur Kani Lapuerta zu Gast im Bambi, um seinen ersten Langfilm NIÑXS vorzustellen. Nach dem Film erzählte er, dass es ursprünglich die Tatsache war, dass er als Transperson immer wieder Objekt von Dokumentationen wurde, die ihn auf die Idee brachte, den Spieß herum zudrehen und selber einen Film über Transidentität zu machen.
Dabei sollte es auf jeden Fall ein positiver Film werden, denn Filme, in denen Transidentität als Problem – mit sich selbst oder dem Umfeld – dargestellt wird, gab es in seinen Augen genug. Und gesellschaftlichen Wandel und Verständnis erreicht man in seinen Augen nur mit positiven Beispielen. Dafür fand er in Karla den perfekten Fall.
Er lernte sie kennen, als sie als Fünfjährige auf einem queeren Event zwischen den Gästen herumlief, für die ihre Eltern das Catering machten. Die Freigeistigkeit und bedingungslose Unterstützung, mit der sie ihr Kind erzogen und bei der Findung seiner Geschlechtsidentität begleiteten, faszinierten ihn und inspirierten ihn zu seinem Filmprojekt, das ihn in den folgenden achten Jahren begleitete (während er überhaupt erst anfing, Dokumentarfilm zu studieren).
Wichtig war Lapuerta, dass Karla immer wusste, worauf sie sich einließ, und bis zum Schluss vollkommen frei darüber entscheiden konnte, was und wie von ihr im Film erzählt wird. Deshalb ist der Film genauso ihr Werk wie seines (und die Auseinandersetzungen darüber, was erzählt wird, sind im fertigen Film enthalten).
Lapuerta legt ausdrücklich Wert darauf, dass die Trans-Community sich selbst darstellt, und versucht als nächstes, dieses Prinzip in einem kollektiv produzierten Spielfilm umzusetzen.






