Of Mud and Blood
Frankreich, Deutschland | 2025 | FSK 12
Kongo - Im Rausch der Hoffnung

OF MUD AND BLOOD ist ein immersiver Dokumentarfilm. Dieser erkundet das Alltagsleben in Numbi, einer kleinen kongolesischen Stadt, die für die westliche Welt eine wichtige Rolle spielt. Aus der Perspektive der Protagonisten bekommt der Zuschauer einen Einblick in das Leben der Menschen, die dort mit bloßen Händen Coltan-Erz abbauen, das für fast alle unsere elektronischen Geräte unverzichtbar ist.
Der Preis für das „graue Gold“ ist ein endloser Krieg. Numbi ist von Soldaten und Rebellen umzingelt, die auf das wertvolle Mineral scharf sind. Niemand kann sagen, ob es sich um eine Reihe von Kriegen handelt oder um einen einzigen Konflikt, der sich über Jahrzehnte hinzieht. Die Feinde von gestern graben gemeinsam.
Im Angesicht der allgemeinen Plünderungen durch die Regierungstruppen der Demokratischen Republik Kongo, durch ehemalige Kämpfer des ruandischen Völkermords, durch Mai-Mai-Kämpfer und eine immer größere Zahl anarchischer Milizen steht der Film an der Seite derer, die ihre Hände in den Schlamm des Kongo tauchen und dort ihre Träume begraben. Er lässt uns teilhaben am Leben der Goldgräber, die ewig nach einem vielversprechenden Flöz suchen, an der Polizei, die ihr Bestes tut, um die immer größer werdenden Schieberbanden zu jagen, an den Frauen, die die Mineralien sortieren oder ihre Körper verkaufen, an den weisen Älteren, die alles gesehen und erlebt haben, an den Kindern, die zwischen Schule und Minen hin- und hergerissen sind… Er taucht ein in eine Welt, in der alle davon träumen, eines Tages dem Schlamm zu entkommen und ihrerseits vom Reichtum des Kongo zu profitieren. Ihre Träume erscheinen wie Illusionen, aber sie ermöglichen es uns, den Menschen aus der industrialisierten Welt, die allerneuesten Smartphones in die Hände zu bekommen.
Unter den Schaufeln der Dorfbewohner verbirgt sich ein großer Reichtum, der ihnen jedoch stets entgeht. Von Numbi aus, wo das Coltan legal oder illegal von Hand zu Hand weitergegeben wird, erstreckt sich eine lange Lieferkette zu den großen multinationalen Unternehmen in China, Amerika und Europa, oft über die Nachbarländer.
Angesichts des sozialen Chaos und der Unfähigkeit der Regierung, die Minen zu verwalten, hat sich eine informelle Wirtschaft entwickelt. Die Dorfbewohner sind das Herzstück dieser Wirtschaft, profitieren aber nicht wirklich davon. Letztlich kommt diese Situation allen anderen zugute: Das Coltan wird zu möglichst niedrigen Kosten geliefert.
Schweigen ist also die Regel, um sicherzustellen, dass sich nichts ändert. In Numbi nehmen die Menschen ihre Schaufeln und Bündel in die Hand und graben weiter, wieder und wieder, um Erz zu finden und einen weiteren Tag zu überleben


