VorschauSTART | 14.12.2023

791 km

Infos Vorführungen

791 km - 2023
Informationen

791 Kilometer misst die Strecke zwischen München und Hamburg. Ein Sprint mit dem Flieger, ein Marathon mit dem Auto. Aber wenn ein Unwetter den Airport lahmlegt, kommt ein Taxi gerade recht. So findet sich eine Zweckgemeinschaft zusammen, die sich auf einen Road Trip Richtung Norden macht. Eine Fahrt, die unbequeme Wahrheiten, gut gehütete Geheimnisse und so manche Überraschung zu Tage fördert.

Über München tobt ein Sturm, Flug- und Bahnverkehr sind eingestellt, die wenigen Taxen hart umkämpft. Wie sich herausstellt, haben Marianne (Iris Berben), Susi (Lena Urzendowsky), Tiana (Nilan Farooq) und Philipp (Ben Münchow) das gleiche Ziel. Alle wollen nach Hamburg. Die Gruppe überredet Joseph (Joachim Król) sie in seinem Taxi bis zur Hansestadt mitzunehmen, zumal er dort sowieso hinfährt. Auf engstem Raum müssen die Fünf sich für die nächsten Stunden zusammenraufen. Keine einfache Angelegenheit, denn Josephs Passagiere könnten unterschiedlicher kaum sein. 

Da wäre zum Beispiel Marianne, Professorin für Linguistik und Soziologie im (Un-)Ruhestrand. Sie steht auf Yoga, Kickboxen und Poetry Slams. Versteht sich als Aktivistin, die schon in den 1980ern in Brokdorf demonstrierte. Tiana und Philipp sind eigentlich ein Paar oder vielleicht nicht mehr? Die beiden haben dazu eine unterschiedliche Meinung. Sie führt ein aufstrebendes Start-Up und will in Hamburg einen wichtigen Investor treffen. Philipps laissez-faire Einstellung bringt Tiana regelmäßig auf die Palme. Und da ist Susi, die sich lange in Schweigen hüllt, um dann umso mehr aufzudrehen. 

791 Kilometer liegen vor der Zweckgemeinschaft. So lang ist die Strecke zwischen München und Hamburg. Viel Zeit, sich gegenseitig auf den Zahn zu fühlen, auf die Nerven zu gehen, den ein oder anderen Streit vom Zaun zu brechen, den anderen Lügen aufzutischen, um sich vor der Wahrheit zu drücken und ganz neue Seiten an sich selbst zu entdecken. 

Tobi Baumann inszeniert den Road Trip seiner Protagonisten weitgehend als Kammerspiel. Die Fünf agieren auf engstem Raum miteinander. Die Dialoge sind auf den Punkt. Die Zuschauenden durchleben mit ihnen die gesamte Gefühlspalette von lustig bis tief traurig. Das ist ebenso unterhaltsam wir kurzweilig.



Galerie