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A Black Jesus

Eröffnungsfilm Max Ophüls Preis 2021

Infos Vorführungen

A-Black-Jesus-Plakat

Premiere mit Gästen

In Anwesenheit von Wim Wenders und Luca Lucchesi

Vier-Linden Open-Air
Fr25.06.2121:30

12,00 €/10,00 €
Normal / Gildepass

Informationen

Von Wim Wenders produziert und und unter Mitarbeit seiner Nichte Hella Wenders von Luca Lucchesi inszeniert ist dieser kleine Dokumentarfilm, der im Geburtsort von Lucchesis Vater spielt und die Invasion der Flüchtlinge in dem kleinen sizilianischen Dorf Siculiana beschreibt. Als Aufhänger nutzt der Film eine alte Legende, nach der vor vielen Jahren ein Fremder auf der Durchreise eine große Kiste im Dorf zurückgelassen haben soll. Ein Blinder setzte sich auf sie, um auszuruhen und wurde geheilt. Daraufhin öffnete man die Kiste und fand eine schwarze Jesusfigur am Kreuze, die fortan von den Dorfbewohnern geehrt und einmal jährlich in einer Prozession durch den Ort getragen wird.

„Sie lieben ein Stück schwarzes Holz, aber keine schwarzen Menschen.“ machen sich die afrikanischen Flüchtlinge lustig, als sie sehen, dass die Bewohner diese schwarze Jesusfigur anbeten, ihnen gegenüber aber eine distanzierte Position einnehmen. Luca Lucchesi schildert die Stimmung im Dorf in ihrer ganzen Breite: Hier gibt es konservative Rassisten, aber auch aufgeschlossene Menschen. Einen Bauern erinnern die Flüchtlinge an bessere Zeiten, als im Sommer farbige Erntehelfer ins Land kamen und das Dorfleben bereicherten. Heute ist eher alles ruhig, die jungen Leute sind längst abgewandert, um anderswo ihr Glück zu suchen und die Flüchtlinge möchte man am liebsten schnell wieder loswerden. Einsam fährt ein Auto durch die Straßen. Aus ihm dröhnen Wahlkampfparolen von Matteo Salvini, der seine rechten Ideen im Dorf plakatieren lässt. In diesem fremdenfeindlichen Umfeld wirken die Flüchtlinge wie Aussätzige, fein separiert in einem Flüchtlingszentrum am Stadtrand. Auch auf dem Fussballplatz gilt strikte Rassentrennung. Während die Dorfjugend auf dem neuen Kunstrasen kickt, müssen die Afrikaner mit dem staubigen Aschenplatz vorlieb nehmen. Doch die Zugereisten begegnen dieser Fremdenfeindlichkeit überwiegend mit freundlicher Naivität. So bittet der 19-jährige Edward aus Ghana den Pfarrer darum, gemeinsam mit den Einheimischen die Jesus-Statue in der diesjährigen Prozession durch den Ort tragen zu dürfen. Der Wunsch spaltet die Gemeinde, doch dann darf er doch mit Hand anlegen und am Ende unterhält man sich darüber, wie schwer einem diese Figur doch werden kann.
Es ist Lucchesis enge Verbindung zur Bevölkerung, die diesen Film möglich macht. Die Bewohner haben Vertrauen zu ihm, und so begegnet er ihnen auch mit Respekt und Sensibilität. Er geht auf ihre Vorurteile ein, gleicht sie ab mit ihren christlichen Werten und sieht den Schlüssel in der Lösung dieses Problems in der Kommunikation. So wird die Jesus-Statue zumindest im Film zum Symbol einer zukünftigen Verbindung zwischen Bewohnern und Asylsuchenden, die das Aufleben dieses pittoresken Dorfes ermöglichen könnten. Auf einer Reise, die den Ursprung von Angst und Vorurteilen gegenüber „den Anderen“ erforscht, werden die Bewohner so mit ihrer eigenen Identität konfrontiert, beginnend mit der Ikone ihres Glaubens: einem schwarzen Jesus.

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