Andrea lässt sich scheiden

Panorama, Berlinale 2024

Infos Vorführungen

Andrea lässt sich scheiden - 2024
Vorführungen
Cinema
  • Di16.04.
  • Mi17.04.
  • Do18.04.
  • Fr19.04.
  • Sa20.04.
  • So21.04.
  • Mo22.04.
  • Di23.04.
  • Mi24.04.
  • Do25.04.
  • Fr26.04.
  • Sa27.04.
Informationen

Einem pointierten Humor mit wenig Worten frönt Birgit Minichmayr in Josef Haders ANDREA LÄSST SICH SCHEIDEN, der in diesem Jahr im Panorama der Berlinale zu sehen war. Sie spielt Andrea, eine Polizistin in einer österreichischen Polizeidienststelle auf dem Land, will weg von ihrem Mann und am liebsten in die Stadt. Doch dann passiert ein tragischer Unfall..

Irgendwie hält Andrea die ganze Polizeidienststelle in einem Dorf in Niederösterreich zusammen, was damit zu tun haben könnte, dass sie einfach die Schlauste im Team ist. Nicht, dass es hier viel zu ermitteln gäbe, meist ist sie mit ihrem Kollegen auf Streife, um Verkehrsdelikte zu ahnden, denn hier wird man eigentlich nur wegen zu schnellem Fahren oder Alkohol am Steuer straffällig.
Gerade hat sie ihrem Mann die Autoschlüssel weggenommen, weil er wieder betrunken nach Hause fahren wollte, da kommt sie selber mit dem Gesetz in Konflikt. Außer ihr weiß eigentlich niemand, was jetzt zu tun ist, und als die Ermittlungen noch einen zweiten Täter für das gleiche Verbrechen ausmachen, lernt sie den Dorflehrer Franz (Josef Hader) kennen. Er ist ein trockener Alkoholiker und nimmt gerne jede Schuld auf sich. Während sie versucht ihre Spuren zu verwischen, hat Franz schon die Koffer gepackt, um im Knast einzuchecken. Doch als das Kommissariat in der Landeshauptstadt St. Pölten, die Ermittlungen übernimmt, wird alles noch komplizierter.

Josef Hader nutzt diese kleine Kriminalgeschichte, um dem Naturell seiner Landsleute näherzukommen. “Niederösterreich, das ist der Wilde Westen im Osten Österreichs. Endlose Rübenfelder, ein weiter Horizont und ein ewiger Wind. Kein Platz, um sich zu verstecken. Eine Gegend, in der Menschen nicht gut davonlaufen können.” erklärte Hader in Berlin. Andrea kennt alle persönlich, mit denen sie dienstlich zu tun hat. Kein schöner Job, weshalb es sie nach St. Pölten zieht. Und Franz zieht es ins Gefängnis. Er gilt im Dorf als verschrobener Intellektueller, mit dem längst niemand mehr spricht. Seine Schuldgefühle fressen ihn auf und vom Knast verspricht er sich eine reinigende Katharsis. All dies erzählt Hader lakonisch und mit einem dunklen Humor, der nie die Melancholie übertönt, die in dieser Gegend zuhause zu sein scheint. “Die Menschen hier sind nicht böser als anderswo, sie haben sich nur eine dickere Haut wachsen lassen gegen den Wind und gegen die Anfeindungen der anderen.” sagt er.

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