Axiom

Berlinale 2022

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Was wäre, wenn man sich selbst kontinuierlich neu erfinden könnte? Bei jeder Begegnung Erfahrungen von anderen aufnähme und wie künstlerisches Material als Teil der eigenen Geschichte variierte? Oder jedem nur das über sich selbst erzählte, was der andere hören will? Der schwedische Regisseur Jöns Jönsson inszeniert eine wagemutige und intime Charakterstudie, deren experimenteller Charakter fesselt wie ein Kriminalroman.

In der Philosophie beschreibt ein Axiom einen Grundsatz, auf dem ein ganzes Denksystem aufbaut und das folglich selbst nicht hinterfragt werden kann. Übertragen auf das Soziale wird dies schon schwieriger. Selten erweisen sich Menschen als so wahrhaftig und berechenbar wie eine logisch ableitbare Theorie, dennoch will man daran glauben. Ein Tag mit Julius (Moritz von Treuenfels) dekonstruiert diese vertrauensvollen Annahmen bis zur Schmerzensgrenze. Obwohl er selbstbewusst und ganz natürlich wirkt, wird bald schon klar, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Alles an Julius erweist sich als performative Inszenierung, die immer mehr Menschen vor den Kopf stößt und soziale Erwartungen verletzt. Ist er ein pathologischer Lügner? Ein bösartiger Narzisst? Oder ein Mensch auf der Suche nach einer existenziellen Antwort? Es ist genau diese rätselhafte Opazität der Hauptfigur, die “Axiom” als Frage in den Raum stellt und zu einem anregenden Denk- und Filmexperiment macht.

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