Bitteres Fest
Spanien | 2026 | FSK 12
Wettbewerb, Cannes 2026

Nach seinem preisgekrönten englischsprachigen Debüt THE ROOM NEXT DOOR kehrt Pedro Almodóvar nun in BITTERES FEST zurück zu seiner Muttersprache und einem literarischen Genre, das er bereits in LEID UND HERRLICHKEIT ergründete: die Autofiktion.
Bei der Verschmelzung biographischer und fiktionaler Elemente verwendet er diesmal sogar zwei Alter Egos. Beide arbeiten in zwei verschiedenen Zeitebenen an ihren neuen Filmen und bedienen sich dabei in Ermangelung eigener Ideen an Geschehnissen in ihrem unmittelbaren Umfeld. Da ist zum einen der Regisseur Raúl. Er arbeitet in der Jetztzeit an seinem neuen 2004 spielenden Drehbuch und bedient sich dabei ungefragt privater Erlebnisse seiner Produzentin Monica.
Im Mittelpunkt steht die einst erfolgreiche Filmemacherin Elsa, die sich inzwischen der Werbebranche zugewandt hat. Nun will sie wieder einen Film machen, doch zuvor möchte sie ihre physischen und psychischen Beschwerden angehen, die sie dem unverarbeiteten Tod ihrer Mutter zuschreibt. Sie begibt sich gemeinsam mit ihrer von ihrem Partner verlassenen Freundin Patricia auf eine Reise nach Lanzarote und geht ihr Drehbuch an, in das sie deren Erfahrungen einfließen lässt.
Gekonnt thematisiert Almodovar den heiklen Spagat zwischen Inspiration und Ausbeutung, wobei der permanente Wechsel der Ebenen die Zuschauer gelegentlich mehr zur Verwirrung beiträgt als zur Identifikation mit den Figuren, die sich zunehmend als Kunstprodukte erweisen und eine emotionale Einfühlung in sie erschweren. Treu bleibt Almodovar seinem farbenfrohen Stil, mit denen er seine gestylten Interieurs in Szene setzt – hier eindrucksvoll kontrastiert mit der schwarz-grauen Vulkanlandschaft Lanzarotes.


