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BlutsaugerEine marxistische Vampirkomödie

Deutscher Filmpreis 2019: Bestes Drehbuch

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„Alle reden vom Wetter. Wir nicht“ - so lautete Ende der 1960er Jahre ein Slogan der Deutschen Bahn, aber auch des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, kurz SDS. Auf die heutige Zeit übertragen, könnte man sagen: Alle reden von Corona, nur der Filmemacher Julian Radlmaier nicht. Der redet vom Kapitalismus, genau wie vormals der SDS. Das tat Radlmaier schon in seinem Erstling „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ (2017). Nun verlegt er die urkomische Mischung aus Marxismus, Liebesfilm und Fabulierlust in die Vergangenheit.

1928. Der sowjetische Fabrikarbeiter Ljowuschka wird als Trotzki-Darsteller für den Film „Oktober“ des Regisseurs Sergei Eisenstein gecastet. Doch seine Träume vom Künstlerleben platzen, als der echte Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. So flieht der romantische Träumer aus der kommunistischen Heimat und will sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings in einem mondänen deutschen Ostseebad fest, wo er als verfolgter Aristokrat verkleidet das Geld für die Überfahrt nach New York zusammenstehlen will. Bei einem seiner Streifzüge lernt er die junge Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen kennen, die die Sommermonate mit ihrem tölpelhaften Diener Jakob am Meer verbringt. Die exzentrische Millionärin interessiert sich für den geheimnisvollen Flüchtling und bietet ihm Unterschlupf in ihrem luxuriösen Herrenhaus. Schnell fliegt seine Tarnung auf, und noch schneller hat er sich in seine schillernde Gastgeberin verliebt – sehr zum Verdruss des literarisch ambitionierten Jakob, der ebenfalls für die Chefin schwärmt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben. Und noch dümmer, das Octavia selbst ein Blutsauger ist.

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