Deine Juliet

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Deine Juliet - 2018 Filmposter

Guernsey ist die zweitgrößte englische Kanalinsel zwischen England und Frankreich gelegen. Sie gehört nicht zu Großbritannien, sondern ist als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt. Ihre härteste Zeit erlebte die Insel im Zweiten Weltkrieg, als sie von deutschen Truppen besetzt wurde. Auf einen Soldaten kamen damals zwei Inselbewohner und bald schon war der Hunger groß, da die Deutschen alles Essbare beschlagnahmten. Vor diesem Hintergrund verfilmt Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) den Bestseller um einen Buchclub, der seine Mitglieder mit viel Liebe, Humor und Einfallsreichtum durch schwere Zeiten bringt.

Dieser Einfallsreichtum zeigt sich gleich zu Beginn des Films, als Farmer Dawsey und seine drei Freunde fröhlich gestimmt von einem „illegalen“ Schweinebraten-Essen zurückkehren und von einer deutschen Armeepatrouille aufgegriffen werden. Als spontane Ausrede für ihre Verletzung der Ausgangssperre erfinden sie einen Buchclub ,„The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“, doch den Namen kann der Offizier auf keiner Liste finden. So muss die Gesellschaft am nächsten Tag den Buchclub offiziell eintragen lassen und tatsächlich trifft man sich nun wöchentlich und lässt sich von der Literatur über dunkle Kriegstage hinwegtrösten. Mit dem Ende des Krieges verschwinden nicht nur die Deutschen,sondern mehr und mehr auch die Bücher von der Insel, es gibt keine Buchhandlungen und schon gar keine Bibliotheken mehr, was insbesondere Dawsey bedauert. Hat er doch gerade einen Essayband von Charles Lamb verschlungen und würde so gerne mehr von diesem Autor lesen. Da entdeckt er im Umschlagdeckel die Adresse von Juliet Ashton, einer jungen Frau aus London. Er nimmt sich ein Herz und schreibt ihr einen Brief, berichtet von seinem Buchclub und fragt, ob sie ihm weitere Bücher von Charles Lamb besorgen kann. Juliet ist merkwürdig ergriffen von den liebevollen Zeilen des einfachen Farmers. Sie selbst arbeitet als Jourmalistin, ihr erstes Buch über Anne Brontë war ein Flop, doch zuletzt hatte sie ein wenig Erfolg mit einer Sammlung humorvoller Schriften über den Krieg. Sie hat sich in eine Beziehung mit einem amerikanischen Offizier geflüchtet, um den Tod ihrer Eltern während des Blitzkrieges zu verdrängen und ist bereit, mit ihm nach Amerika zu gehen. Da erwischt dieser Brief des einfachen Farmers und seine Beschreibung einer Gruppe von Menschen. die das gemeinsame Lesen und Diskutieren fest zusammengeschweißt hat auf dem falschen Fuß. Entgegen aller Ratschläge beschließt Juliet, nach Guernica zu fahren und diese Menschen kennen zu lernen. Dort wird sie zwar freundlich aufgenommen, doch ihre Idee, in der Zeitung über sie zu berichten, stößt zunächst auf wenig Gegenliebe, und so muss sie erst einmal das Vertrauen aller Mitglieder gewinnen. Und allmählich wird ihr klar, warum ihre Veröffentlichungswünsche so viel Ablehnung erfahren, denn von Gespräch zu Gespräch enthüllt Juliet Stück für Stück ein Geheimnis, über das die Freunde selbst untereinander nicht reden würden. Wieder zurück in London, verarbeitet sie ihre Zeit auf Guernsey in einem Roman.und erkennt, was sie so fasziniert an dieser Gruppe von Lesewütigen. Es ist das Fehlen einer Familie seit dem Tod ihrer Eltern, was ihr nun schmerzlich bewusst wird, und sie vor eine schwere Entscheidung stellt.

Mit Mike Newell verfilmt wahrlich ein Meister seines Faches diesen nicht ganz einfachen Stoff. Mühelos gelingt es ihm Kriegsgeschichte, Familiengeheimnisse und romantische Liebesgeschichte mit viel Humor und Esprit unter einen Hut zu bringen. Dabei setzt er auf ein Darsteller-Team, dass allen voran Lily James als Juliet, nur so vor Spielfreude sprüht und diese Bestseller-Verfilmung zu einem fulminanten Kinoabend mit Tiefgang macht.