Der Heimatlose
Deutschland | 2026 | FSK TBA
Berlinale 2026: Perspectives

Dazugehören heißt, die Regeln des Spiels zu beherrschen: Eine raffinierte Parabel auf Faschismus und gesellschaftliche Ausgrenzung in Form eines minimalistischen Filmtheaters à la DOGVILLE.
Nach Jahren auf dem Festland kehrt der junge Hein zurück in sein Heimatdorf auf einer abgelegenen Nordseeinsel und wird zu seiner eigenen Überraschung von niemandem mehr erkannt – nicht einmal von seiner eigenen Familie. Ehe er sich versieht, wird ein Dorfgericht einberufen zur Feststellung seiner Identität und immer mehr Bewohner sind sich einig, dass es sich um einen Betrüger handelt. Wenn Hein nicht wieder ausgewiesen werden will, muss er schleunigst Beweise finden für seine Kindheitserinnerungen…
Der Vergleich mit Lars von Triers DOGVILLE drängt sich auf: wie dort wird auch hier mit minimalistischer Kulisse gearbeitet – ein paar Wände mitten in den Dünen, ein paar Möbel, der Rest bleibt der Fantasie überlassen (was erstaunlich gut funktioniert) – und wie dort geht es auch hier um toxische Dynamiken einer eingeschworenen Gemeinschaft. Während der Film daraus ein wahrhaft absurdes Theater um die Frage nach der Wahrheit entwickelt, halten Heins Geschichte und Beweggründe ein paar Überraschungen parat, die dem Ganzen zusätzliches Gewicht verleihen werden. Ein erschreckend aktuelles, formal wie inhaltlich erstaunlich ambitioniertes Debüt mit tollen Darstellern.


