Die Saat
Deutschland | 2021 | FSK TBA

Verdreckte Arbeiter in verschwitzten Unterhemden – das sieht man selten im deutschen Kino. Regisseurin Mia Maariel Meyer schafft mit ihrem zweiten Spielfilm eine Ausnahme. Doch sie beschränkt sich nicht auf Anklänge an den „proletarischen Film“, sondern erweitert ihre Studie über den Leistungsdruck unserer Gesellschaft auf ein allgemein-gültiges Thema auch für den Mittelstand: Wie schafft man es, zwei Jobs, Kindererziehung und Verschuldung unter einen Hut zu kriegen?
Im Schweiße seines Angesichts schuftet Rainer (Hanno Koffler) auf der Baustelle. Die steigenden Mieten in der Stadt haben ihn, seine schwangere Frau und die 13-jährige Tochter Doreen bereits zum Umzug in ein renovierungsbedürftiges Häuschen im Umland gezwungen. Doreen ist zunächst nicht begeistert von ihrem neuen Leben, doch dann lernt sie das gut betuchte Nachbarmädchen Mara kennen. Die neue Freundschaft wird schnell zum Spiel mit dem Feuer. Mara stachelt Doreen zu bösen Streichen an und verwickelt sie in einen Diebstahl. Unterdessen wird Rainer auf der Arbeit degradiert und durch den kühlen Pragmatiker Jürgen ersetzt, der ausschließlich die Interessen der Investoren im Blick hat und das Bauprojekt skrupellos auf Profit ausrichtet. Als ein älterer Mitarbeiter gefeuert werden soll, stellt sich Rainer gegen den neuen Vorgesetzten und wird unwillkürlich zum Anführer eines aufkeimenden Widerstands.
Mit unaufhaltsam steigendem Druck beschreibt Regisseurin Mia Maariel Meyer in ihrem zweiten Spielfilm eine durch Kapitalismus entmenschlichte Welt, in der der Kampf für Gerechtigkeit und Integrität zur Zerreißprobe wird.


