VorschauSTART | 28.03.2019

Ein Gauner & Gentleman

AWARDS: Golden Globes 2019 - Nominierung "Bester Hauptdarteller - Musical oder Komödie"

Trailer Infos Vorführungen

Ein Gauner & Gentleman - 2018 Filmposter
Vorführungen
Atelier
  • Di19.03.
  • Mi20.03.
  • Do21.03.
  • Fr22.03.
  • Sa23.03.
  • So24.03.
  • Mo25.03.
  • Di26.03.
  • Mi27.03.
  • Do28.03.
  • Fr29.03.
  • Sa30.03.
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  • Datum:
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Vorpremiere 

Atelier
Mo25.03.1919:00

10,00 EUR/8,00 EUR
Normal / Gildepass

Informationen

Nach seinem poetischen Gespensterfilm „A Ghost Story“ gelingt US-Independent-Regisseur David Lowery erneut eine stilsicher inszenierte Filmperle, die zudem der Schauspiel-Legende Robert Redford einen würdigen Abschied bietet: Die Rolle des eleganten Charmeurs und Bankräubers Forrest Tucker (1920-2004), der 18 Mal aus dem Gefängnis entkam, ist ihm wie auf den Leib geschrieben.

Tucker (Robert Redford) blickt auf eine bemerkenswerte Karriere als Krimineller zurück: In der Vergangenheit war es ihm nicht nur zigfach gelungen, Banken um ihr Geld zu erleichtern. Auf die anschließenden Verhaftungen und Urteile ließ er über ein Dutzend Gefängnisausbrüche folgen. Sogar von der sagenumwobenen Insel Alcatraz gelang ihm die Flucht. Mittlerweile lebt er in einer Seniorenwohnanlage und wollte eigentlich mit seiner Bankräuberkarriere abschließen, doch noch immer juckt es ihm in den Fingern. Er stellt eine Gang aus Rentnern zusammen, mit denen er fortan eine Bank nach der anderen überfällt und dabei eine Menge Kohle macht. Als er dann auch noch die sympathische Pferdeliebhaberin Jewel (Sissy Spacek) kennenlernt, scheint sein Ruhestandsleben gesichert. Doch der ehrgeizige Detective John Hunt (Casey Affleck) ist fest entschlossen, der Ganovenbande das Handwerk zu legen…

Forrest Tucker gab es wirklich – „Ein Gauner & Gentleman“ erzählt jedoch nur in zweiter Instanz von den Banküberfällen an sich. Es geht vor allem um die dazu im direkten Kontrast stehende Attitüde der Räubergang, die es sich vor ihren Eskapaden zum Auftrag machte, niemals Gewalt anzuwenden oder psychischen Druck auf ihre Opfer auszuüben. Der Verweis auf die Waffe, ein Blick auf die Kasse und der höfliche Hinweis, dass den Angestellten nichts passieren würde, reichten Tucker und seinen Kumpanen aus, um an ihr Ziel zu gelangen. Das machte es den von einem solchen Verhalten überraschten Geschädigten im Nachhinein auch so schwer, konkrete Angaben zu den Tathergängen zu machen, sodass die Bande eine lange Zeit einfach nicht gefasst werden konnte.

„Ein Gauner & Gentleman“ balanciert allein schon durch dieses widersprüchliche Verhalten des im Mittelpunkt stehenden Antihelden genüsslich auf der Grenze zwischen Drama und Komödie. Die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der Tucker hier sein routiniertes Handwerk vollzieht, fördern nicht selten (im Anbetracht der Umstände) komische Situationen zutage, doch natürlich bleibt der Film letztlich eben doch das Porträt eines Gangsters. Die parallel zu den Überfällen stattfindende Ermittlerarbeit, in denen sich der solide von Casey Affleck („Manchester By The Sea“) verkörperte Detective John Hunt verbissen auf die Spur des Trios begibt, nimmt im Film nicht weniger Raum ein. Das ist wichtig, um Forrest Tuckers Taten nicht zu verklären und immer wieder deutlich zu machen, was und wem man hier eigentlich gerade zusieht. Ein wenig unter dem Radar läuft dagegen die aufkeimende Beziehung zwischen Tucker und Jewel, die zeitweise den Eindruck erweckt, dem rüstigen Rentner eher alibimäßig noch ein wenig Hintergrund zuzugestehen, um ihn nicht ausschließlich auf sein Dasein als Bankräuber zu reduzieren. Dafür macht es Spaß, „Carrie“-Star Sissy Spacek endlich mal wieder auf der Leinwand zu sehen.

Wenn man den Äußerungen Robert Redfords („Der Pferdeflüsterer“) Glauben schenkt, sieht man ihn übrigens hier das letzte Mal als Darsteller in einem Film, was die Hollywood Foreign Press übrigens vor einigen Wochen direkt mit einer Golden-Globe-Nominierung als „Bester Hauptdarsteller“ zu würdigen wusste. Diese Ankündigung ist Fluch und Segen zugleich: Sollte sich Redford tatsächlich aus der Schauspielerei zurückziehen, wäre „Ein Gauner & Gentleman“ die optimale Wahl, um von der Weltbühne abzutreten, denn bisweilen fühlt sich der Film auch ein wenig so an, als hätte man es hier mit einem „Best of Redford“ zu tun, in dem immer wieder auf frühere Stationen in der Karriere des Hollywoodstars Bezug genommen wird. Gleichzeitig war der gebürtige Kalifornier lange nicht mehr so stark. Es wäre schon schade, ihn nie wieder zu sehen.