Ein Kuchen für den Präsidenten
Irak, Katar, Vereinigte Staaten | 2025 | FSK 6
Quinzaine, Cannes 2025

Eigentlich ist man ja froh, Saddam Hussein nicht mehr sehen zu müssen, doch dieser Film bringt ihn nochmal auf die Leinwand. Zu seinem 50. Geburtstag erwartet er trotz Hungersnot Geschenke von der Bevölkerung. Das macht auch nicht vor den Schulen halt und die 9-jährige Lamia zieht ein gefürchtetes Los: Sie muss den Kuchen für die örtlichen Feierlichkeiten backen. Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, denn im Land sind alle Lebensmittel knapp. Eier, Zucker und Mehl erst recht. Doch sie muss es schaffen, sonst drohen ihrer Familie harte Strafen.
Nach der Schule führt uns Lamia durch ihre Nachbarschaft in den Sümpfen Iraks, wo die Ärmsten der Armen wohnen. Sie lebt in einer Hütte zusammen mit ihrer Großmutter. Die ist alt und krank und hat auch nicht das Geld, die Zutaten für den Kuchen kaufen zu können. Sie vereinbaren, am nächsten Tag in die Stadt zu fahren, doch Lamia merkt bald, dass sie nicht zum Einkaufen hier sind, sondern dass die Großmutter sie bei einer Freundin abgeben will. Das kleine Mädchen flieht und versucht in der Stadt ihr Glück, die Zutaten auch ohne Geld zu bekommen. Das endet am Abend auf dem Polizeirevier, wo die Großmutter sie morgens schon als vermisst gemeldet hat.
In der Schlusseinstellung sehen wir Lamia, wie sie alleine zurück in ihre Sümpfe fährt. Sie hat alle erforderlichen Zutaten ergattert und backt nun den geforderten Kuchen. Mag sein, dass die Geschichte 30 Jahre alt ist, aber sie ist aktueller denn je und ist eins zu eins in anderen, sogar westlichen Ländern vorstellbar.


