Ein leichtes Mädchen

AWARDS: Cannes 2019

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Ein leichtes Mädchen - 2019 Filmposter
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Ein Film, der sich so leicht und beschwingt anfühlt wie ein Sommerurlaub an der Côte d’Azur, und dabei zugleich mit vielschichtigen Figurenkonstellationen aufwartet: Was man von Meistern wie Éric Rohmer kennt, gelingt der Regisseurin Rebecca Zlotowski hier aus einer weiblichen Perspektive heraus in einem der schönsten Filme des Jahres.

Auch wenn die 16jährige Naïma (Mina Farid) mit ihrer Mutter in Cannes wohnt – das Leben der Reichen und Schönen beobachtet sie nur aus der Ferne, von einem heruntergekommenen Balkon aus. Ihre migrantische Herkunft wirkt dabei genauso verunsichernd auf sie, wie die eigene Weiblichkeit. Mit ihrem schwulen besten Freund hat sie bislang die Grenzen platonischer Beziehungen austesten können, als jedoch ihre ältere Cousine aus Paris anreist, um mit ihr die Sommerferien zu verbringen, öffnet sich Naïma ein völlig neuer Horizont erotischer Erfahrungen. Die freizügige Sofia (Zahia Dehar) hat beschlossen, das Leben auskosten, und angelt sich gezielt reiche Männer, die mit ihren Yachten am Hafen angelegt haben. Zlotowski verkompliziert die gängigen Geschlechter-Stereotype, indem sie zeigt, wie viele Facetten das Begehren hat. Wie sich Geben und Nehmen, Macht und Ohnmacht zwischen Männern und Frauen verteilt, ist eben nicht so klar zu bestimmen, wie einfache moralische Urteile annehmen wollen.