Elaha

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Elaha - 2022
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Mit ihrem Abschlussfilm durfte Regie-Newcomerin Milena Aboyan direkt auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion „Neues Deutsches Kino“ Weltpremiere feiern: Gleichermaßen sensibel und konsequent geht sie dem inneren Konflikt einer jungen Deutsch-Kurdin auf den Grund, die sich zwischen Traditionstreue und Emanzipation entscheiden muss. Ein beachtenswertes, reifes Debüt über weibliche Selbstbestimmung – mit einer fulminanten Durchbruchsperformance von Bayan Layla in der Titelrolle!

„Ich gebe dir alle Freiheiten: Ich will nur, dass du auf mich hörst!“ Schwer erträgliche, machohafte Widersprüchlichkeiten wie diese muss die 22-jährige Elaha (Bayan Layla) mehrfach schlucken: Dieses Beispiel stammt von Nasim (Armin Wahedi), ihrem Verlobten. Ein beengend quadratisches Bildformat schnürt einem im weiteren Verlauf regelrecht die Luft ab. Elaha steht vor einem gravierenden Problem: Sie ist keine Jungfrau mehr. Wie aber das Malheur vertuschen? Von ihrer strengkonservativen Mutter kann sie keine Hilfe erwarten – die hätte ihre Tochter „lieber tot als entehrt.“ Und ihr Hymen chirurgisch rekonstruieren zu lassen, kostet Geld, das sie nicht hat. Als die designierten Schwiegereltern auch noch auf einen ärztlichen Nachweis ihrer „Reinheit“ bestehen, zieht sich die Schlinge zu. Elaha sieht sich zusehends mit der Frage konfrontiert, ob sie diejenige ist, die sie eigentlich sein will. Stilsicher zeichnet Milena Aboyan das Psychogramm einer jungen Frau, die mit den komplexen Hürden eines Ausbruchs aus dem Korsett kultureller Zwänge hadert.

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