VorschauSTART | 25.08.2022

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Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó entwickelt seine eindringlichen Filmideen zusammen mit seiner Ehefrau Kata Weber, die stets für das Skript verantwortlich ist. Zu den herausragenden Ergebnissen zählen das vielfach ausgezeichnete Beziehungsdrama PIECES OF A WOMAN, sowie die Festivalerfolge JUPITER'S MOON und WHITE GOD. Auch ihr aktuellster Film debütierte in Cannes und beeindruckt durch seinen sinnlich-experimentellen Charakter. Diesmal geht Weber dabei ihrer vom Holocaust gezeichneten Familiengeschichte auf den Grund.

In einem alptraumhaften, surrealen Prolog wird ein Kind der Hölle entrissen, die sich als das Konzentrationslager Auschwitz entpuppt. Doch die eigentliche Geschichte beginnt erst am Lebensabend der Überlebenden. Eva (Lili Monori) ist mittlerweile eine betagte und fragile Frau, die von Demenz heimgesucht wird. Ihre Tochter Lena (Annamária Láng) ringt nicht nur mit der Fürsorge für ihre Mutter, sondern gleichzeitig mit einer Scheidung, die sie innerlich aufzehrt. Dass sie keine Überlebende sein will, sondern einfach leben – dieser bittere Satz hat viele Dimensionen. Den Nachwirkungen der traumatischen Vergangenheit steht der Antisemitismus der Gegenwart gegenüber, mit denen auch ihr in Berlin lebender Sohn (Goya Rego) zu kämpfen hat. Visuell dynamisch und mit einer herausragenden Besetzung gelingt Mundruczó und Weber ein bewegendes Familien-Triptychon.

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