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VorschauSTART | 26.11.2020

Falling

AWARDS: Toronto 2020

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Falling - 2020 Filmposter
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Mit Falling präsentiert der dreifach für den Oscar nominierte Schauspieler Viggo Mortensen sein Regiedebüt, begehrt auf vielen großen Filmfestivals in diesem Jahr – von Sundance über San Sebastian bis Toronto. Von persönlichen Erfahrungen geprägt, jedoch nicht rein autobiographisch, erzählt Mortensen von einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung, die durch die Demenz des Vaters vor neuen Herausforderungen steht.

Viggo Mortensen hat dabei nicht nur die Regie übernommen, sondern spielt auch die Hauptrolle und hat das Drehbuch geschrieben. Er verkörpert John, der sich gezwungen sieht, seinen im Mittleren Westen auf einer Farm lebenden Vater zu sich nach Kalifornien zu holen, da dieser aufgrund seiner zunehmenden Demenz – sehr zu dessen eigenem Ärger – nicht mehr alleine zurecht kommt. Das Problem: die beiden haben sich nie gut verstanden. Willis hasst den Lebensstil seines Sohnes. Nicht nur dessen offen ausgelebte Homosexualität inklusive festem Lebenspartner und Adoptivtochter stört ihn, er hat im Grunde Aversionen gegen alles Moderne, ist aufbrausend, nörgelig, kurzum ein Hausgenosse zum Gruseln. Doch John ist zu gutmütig, um den Wunsch seines Vaters abzulehnen und ist es darüber hinaus gewohnt, von ihm missachtet und gedemütigt zu werden.

In verschiedenen Rückblenden erhalten wir Einblick in die Kindheit und Jugend von Vater und Sohn, auch Johns Schwester, verkörpert von Laura Linney, kommt zu Besuch und auch ihre Erinnerungen werfen ein weiteres Schlaglicht auf das Innenleben dieser dysfunktionalen Familie, die nicht zueinander findet. Indem FALLING immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart changiert, lernen wir Johns Vater auch als jungen Mann kennen, der die Liebe seines Lebens trifft und mit ihr eine Familie gründet. Ein Mann, der zwar hartnäckig, aber noch nicht so verhärtet und voller Wut erscheint wie in seinem späteren Leben. Verkörpert wird dieser junge Willis von dem isländischen Schauspieler Sverrir Guðnason, der durch seine Rollen in Filmen wie „Borg/McEnroe“ und „Verschwörung“ bekannt wurde.

FALLING ist zwar keine rein autobiographische Geschichte, aber Viggo Mortensen erzählt in seinem Regiedebüt auf sehr offene Art und Weise von einem entscheidenden Moment in seinem Leben: „Ich hatte die Idee zu FALLING, als ich zur Beerdigung meiner Mutter über den Atlantik flog. Ich konnte nicht schlafen, mein Kopf war voller Erinnerungen und Bilder, die ich mit meiner Mutter verband. Ich begann damit, die Begebenheiten und Dialoge, die ich mit meiner Kindheit verband, aufzuschreiben. Je mehr ich mich mit  meiner Mutter befasste, desto mehr dachte ich kurioserweise an meinen Vater. Als wir schließlich in Dänemark landeten, hatten sich die Eindrücke, die ich niedergeschrieben hatte, zu einer Geschichte aus Momentaufnahmen und Gesprächen verdichtet, die zwar nie genau so stattgefunden hatten – aber sie erweiterten meine Perspektive auf die Erinnerungen an meine Familie. Es fühlte sich an, als hätten mir diese erfundenen Geschichten dabei geholfen, mich den wahren Gefühlen für meine Mutter und für meinen Vater in einer Art und Weise zu nähern, die nie möglich gewesen wäre, wenn ich mir einfach konkrete Ereignisse aus der Vergangenheit ins Gedächtnis gerufen hätte. Am Ende hatte ich ein Drehbuch über eine fiktionale Vater-Sohn-Geschichte entwickelt, in der es um eine Familie ging, die meiner eigenen Familie in manchen Teilen ähnelte.”