Geborgtes Weiß

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Geborgtes Weiß - 2021
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In einer faszinierenden Mischung aus Thriller und Familiendrama konfrontiert GEBORGTES WEIß ein linksliberales Paar mit einem Fremden – und damit mit seinen eigenen Abgründen. Atmosphärisch dicht schaut der Film hinter die Fassade der Bürgerlichkeit und fragt nach dem Preis, den scheinbar weltoffene Menschen für ihr privates Glück zu zahlen bereit sind. Hauptdarstellerin Susanne Wolff brilliert in einer Hauptrolle, die ihrer Glanzleistung im Flüchtlingsdrama „Styx“ (2018) in nichts nachsteht.

Die Versatzstücke der Kombination von Familiendrama und Thriller sind nicht neu: das einsame Haus, die schaurig-schöne Moorlandschaft, die bedrohliche Musik. Aber ähnlich wie in seinem Debüt „Wir Monster“ (2014) setzt Regisseur Sebastian Ko sie so zusammen, dass die gutbürgerliche Fassade Risse bekommt. Wie so oft bringt ein Dritter das fragile Gleichgewicht des wohlsituierten Paares aus dem Takt. In diesem Fall ist es der jüngere Arbeiter Valmir aus Albanien, der das Bad renovieren soll. Atmosphärisch dicht erkundet die Inszenierung die Sehnsüchte dreier Menschen nach einer Geborgenheit, die sie um keinen Preis verlieren oder – im Falle des in Deutschland fremden Valmir – um jeden Preis erobern wollen. In welche Abgründe sie dabei eintauchen, umkreist der Film in sorgfältig komponierten Einstellungen, die das in jedem Menschen schlummernde Böse nicht einfach behaupten, sondern Schicht für Schicht freilegen – bis hin zu schockartigen Durchbrüchen.