Gentle Monster
Österreich, Frankreich, Deutschland | 2026 | FSK 16
Cannes 2026

Dass sie ein Talent für subtile Frauenporträts hat, bewies Regisseurin Marie Kreutzer schon in ihrem Cannes-Debüt CORSAGE mit Vicky Krieps als österreichische Königin Elisabeth. In diesem Jahr startete sie mit GENTLE MONSTER im Wettbewerb des renommierten Festivals und gewann mit Léa Seydoux erneut eine profilierte Darstellerin für eine komplexe Frauenfigur im Widerstreit ihrer Gefühle.
Sie spielt die Avantgarde-Pianistin Lucy, die gerade mit Sohn und Ehemann aufs Land gezogen ist, weil letzterer an schwerem Burnout leidet. Die neue Idylle wird bald gestört, als die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür steht. Doch so hoch die Wellen schlagen, Lucy kann nur schwer ermitteln, was ihrem Ehemann vorgeworfen wird. Es geht wohl um die Zerschlagung eines Kinderpornographie-Rings. Welche Rolle ihr Mann dabei spielt, ist unklar. War er nur Händler oder hat er auch selber solche Filme produziert und ist ihrem Sohn Leid angetan worden? Fragen, auf die sie keine Antworten erhält. Ihr Mann versteckt sich hinter seinem Anwalt, der wiederum alles abwiegelt und die ermittelnde Polizistin Elsa (Jella Haase) verweist darauf, dass sie zu einem laufenden Verfahren nichts sagen darf. Unterstützung findet sie nur bei ihrer Mutter (Catherine Deneuve in einem glänzenden Cameo), aber weiterhelfen kann sie ihr auch nicht.
Marie Kreutzer gelingt es, eine beängstigende Atmosphäre zu schaffen, in der Lea Seydoux eine isolierte und um ihren Sohn kämpfende Mutter spielt, die gefangen ist zwischen dem Mann, den sie liebt, und der Angst vor dem, was er mit ihrem Sohn gemacht haben könnte.


